Afu-Satellit Amsat P4A / QO-100

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Klappo
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von Klappo » 25. Dez 2018, 16:02

Ok, danke für den Test. Ich habe hier noch ein 2ppm LNB welches ich bei Gelegenheit mal testen werde. Sollte damit eigentlich schon deutlich besser werden.

Die Softwarelösung ist natürlich sehr schön. Man müsste den Aufwand dafür nur noch irgendwie minimieren können. Also am besten insgesamt nur ein Rechner und ein SDR-Stick. Ohne zusätzlichen Mikrocontroller und ohne zusätzliche Hardware.

Am allerschönsten wäre es wenn man das gleich in die SDR-Software mit einbauen könnte. Also Referenzsignal im Spektrum anklicken (z.B. die Baken am Bandanfang/-ende) und darauf locken. Fertig ;-)

Schöne Feiertage!

Rundfunker
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von Rundfunker » 27. Dez 2018, 19:47

Hier eine Messung mit der von mir beschriebenen Software Drift Korrektur.

Auf die obere EH2 EB wurde gelockt und mit dem zweiten PC wurde die untere EB demoduliert und das Audiosignal
im SpectrumLab über eine Stunde aufgezeichnet.

Alles mit einem UNMODIFIZIERTEN Octagon OTSLO LNB.

VY73 RuFu
dr3.JPG
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Klappo
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von Klappo » 28. Dez 2018, 23:04

Super! Ich halte das für einen sehr guten Ansatz. Weitere Experimente/Ergebnisse zu einer solchen Softwarelösung auch hier:

https://forum.amsat-dl.org/index.php?th ... -es-hail-2

Demnach wird wohl selbst für SSB/CW ein handelsübliches 10€ PLL LNB (z.B. Octagon) ohne jegliche Modifikation mit einfachstem Setup (z.B. Raspberry) völlig ausreichen. Ich bin begeistert was mit so geringem Aufwand alles möglich ist. Hätte ich nie gedacht. Ein sehr spannendes Thema!

Funkonaut
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von Funkonaut » 9. Jan 2019, 10:26

Gehört eventuell auch noch hierher:
http://www.mehner.info/die-zukunft-des- ... stronomie/
Bild

DL4TMA
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von DL4TMA » 11. Jan 2019, 14:29

Da in einem anderen Thread schon Fragen zu meinem Aufbau aufkamen möchte ich auch mal etwas plaudern und zeigen:

Mein Ansatz für das Thema Es'hail-2 ist etwas unkonventioneller, anstatt Transvertern (abgesehen vom 3cm Band natürlich :lol: ) erzeuge ich mit einem SDR direkt das 13cm-Signal.

Mein aktueller Favorit (liegt nicht zuletzt daran, dass ich dafür einen Treiber für SDR# geschrieben habe) ist das PlutoSDR von Analog Devices.
Eigentlich als Lernplattform für Schüler und Studenten gedacht, bekommt man da für schmales Geld einen modernen Mobilfunkchipsatz (AD9364), welcher mit erstaunlicher Empfindlichkeit und Signalqualität punkten kann. Auf den üblichen Amateurfunkbändern ist Großsignalfestigkeit (aufgrund der fehlenden Eingangsfilter) immer so ein Problem, aber das sollte bei dem Sat-Transponder ja kein Problem darstellen :-)

Etwas problematisch war die Frequenzstabilität des eingebauten XOs. Dazu habe ich einen externen 40 MHz Ref-In eingebaut, welchen ich mit einer LeoBodnar GPS Referenz füttere. Einige Fotos dazu hatte ich hier vertwittert:
https://twitter.com/Manawyrm/status/1081613702544138241

13cm TX mit SDR
Weitere Versuche mit der Signalerzeugung habe ich mit einem HackRF sowie mit einem LimeSDR durchgeführt.

https://twitter.com/Manawyrm/status/1080551777848778752

Das HackRF (mit externem 10 MHz Eingang) ist auch ganz angenehm, hierbei fällt besonders der Software-Support positiv auf. Das funktionierte direkt auf Anhieb. Allerdings habe ich da Probleme mit einer defekten Ausgangsstufe...

LimeSDR:
IMG_4190.JPG
Beim LimeSDR ist mit die Software negativ aufgefallen, die benötigten Systembibliotheken für Linux benötigten einiges an Überzeugungskraft, bis ich das Gerät in Betrieb nehmen konnte. Abgesehen davon ist die Ausgangsleistung in dem Frequenzbereich etwas zu gering um meinen nachfolgenden PSA4-5043+ voll durchzusteuern.
Das fällt also erstmal raus.

PlutoSDR:
ixygeuhrwqk.jpg
mit knapp 5mW vom PlutoSDR bekomme ich meinen MMIC sauber durchgesteuert.
Vernünftiges Messequipment fehlt mir an dieser Stelle leider. Dieses Spielzeug ist zwar erstaunlich genau, aber ich kann hier keine Aussagen zu Nebenaussendungen usw. treffen.

Als Software habe ich zunächst GNURadio verwendet, dort einfach mit einem Audio Source-Block direkt vom Linux/PulseAudio ein Audiosignal abgegriffen, in einen (komplexen) Bandpass-Filter gegeben und das untere Seitenband gefiltert.
Das hat auch ganz angenehm funktioniert, allerdings bin ich dabei in Latenz/Puffer-Probleme gelaufen, weil die Clocks von HackRF und meiner Soundkarte zuweit auseinandergelaufen sind.
Nach 5 Minuten Betrieb hatte ich dann entweder Puffer-Unter oder Überläufe, welche insbesondere beim SDR zu Signalen zu bösem Splattering führen. Das möchte ich so keinesfalls auf dem Transponder senden.
Die Lösung ist also zwar sehr flexibel aber erstmal raus.

Als echte Alternative hat sich stattdessen "sdrangel" gezeigt. Diese Software von F4EXB macht einen ganz ausgezeichneten Dienst und gesamte Kette von Audioeingang bis zur HF am Senderausgang hat eine Latenz von ~370ms.
Damit dürfte auch ein Betrieb von verschiedenen WSJT-X Betriebsarten mit Zeitsyncronisation absolut kein Problem darstellen...

Die nächsten Schritte bei mir sind nun eine Leistungsendstufe sowie eine passende Antennenlösung. Dazu schreibe ich nochmal getrennte Beiträge :)

vy 73 de DL4TMA,
Tobias
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von DL4TMA » 11. Jan 2019, 14:47

TX-Antenne:
Ich verfolge einen Aufbau mit 2 getrennten Schüsseln für RX und TX. Einige OMs hatten tolle Dual-Band-Feed-Aufbauten gezeigt, welche wahrscheinlich deutlich besser funktionieren werden, als mein Aufbau.
Mir ist allerdings sehr günstig eine WLAN-Antenne mit hohem Gewinn überlassen worden.
Dieses Gerät auf einem Kamerastativ montiert gewinnt zwar keinen Schönheitswettbewerb, macht aber (zumindest laut Aussage des Herstellers) 24dBi Gewinn.
fwduhpqiojk.jpg
Der Feed ist erstaunlich breitbandig und hat bei 2400.0 MHz einen SWR von 1.14.
Damit sollte sich einwandfrei arbeiten lassen.
Leider ist der Feed (weil für WLAN gedacht) vertikal polarisiert anstatt rechtsdrehend zirkular. Damit verliere ich natürlich 3dB, aber das ist halt so.


Mehr Leistung:
Mein eigentliches Ziel beim Betrieb von es'hail-2 ist eigentlich QRP (oder sogar QRPp).
Mit WSJT-X (evtl. JT9 oder FT8?) sollten mit geringsten Leistungen tolle QSOs machbar sein.
IMG_4174.JPG
Etwas mehr Leistung als die 5mW des AD9364 dürften es aber schon sein :)
Mit einem LNA4ALL/PSA4-5043+ mache ich ~50-100mW. Die Verstärkung im MMIC beträgt bei der Frequenz ungefähr 11dB.

Sehr viel mehr Leistung:
... womit wir wieder beim Thema Elektroschrott-Recycling wären. :P
IMG_4159.JPG
IMG_4157.JPG
auf ebay findet man massenweise zum kleinen Preis "WLAN-Booster", illegale Geräte für WLAN, aber ganz nett zum Basteln.
Im Grunde nur "übliche" PA-Chips, eine HF-VOX sowie 2 Pin-Dioden als Pfadumschaltung.
Die HF-VOX muss natürlich überbrückt werden, der DC-DC-Wandler kann noch etwas mehr Ausgangsfilterung vertragen.
Ansonsten ist das Gerät aber bei "normalen" Leistungen erstaunlich okay.
Da im Normalfall ein breitbandiges OFDM-Signal verstärkt werden soll, verhält sich die Platine sehr linear und erzeugt keine unerwünschten Nebenprodukte.
Mit 44mW Eingangsleistung habe ich etwa 2.1W Ausgangsleistung herausbekommen, ohne den Verstärker in Sättigung zu treiben. Bevor ich dieses Spiel weitertreibe, benötige ich aber ordentliches Messequipment.

Verbaut sind in dem Gerät 2 YP242034 Chips. Auf der Platine schön erkennbar sind dafür die Power Splitter/Combiner.
Die Angabe "■ 34dBm P1dB@VCC=6.0V" im Datenblatt finde ich etwas ambitioniert, ist aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Mal schauen, wie weit ich die beiden Chips noch (mit sauberem Ausgangssignal) bekomme.
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Zuletzt geändert von DL4TMA am 11. Jan 2019, 15:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von DL4TMA » 11. Jan 2019, 15:01

Ausgangsfilter:
Insbesondere mit solch zweifelhaftem Equipment muss ich etwas aufpassen, dass ich keine unerwünschten Nebenprodukte mit hoher Leistung in die Luft puste. Glücklicherweise ist der Feed der Antenne an den Enden seiner (Nutz-)Bandbreite schnell relativ hochohmig und wird da nicht viel Leistung abstrahlen.
Trotzdem habe ich jetzt 2 verschiedene Filter bestellt, einmal die saubere Lösung: ZFBP-2400+ von Mini-Circuits, und einmal die China-Lösung: BPF2450M.
Bisher hatte ich mit chinesischem HF-Equipment erstaunlich viel Glück, daher gebe ich dem ganzen Mal einen Versuch... Messprotokolle folgen dazu in der Zukunft.

Ich hoffe die Posts waren jetzt nicht zu störend, ansonsten könnte man das mal in einem eigenen Thread posten...
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von DF5WW » 11. Jan 2019, 15:22

Hallo Tobias,

Danke für die Zusammenfassung. Das zeigt schonmal auf was möglich ist. Steht
bei mir allerdings wegen des Aufwandes eher noch in den Sternen ob und wann
ich da einsteige.

Gibt in Kürze ein neues QRL was natürlich förderlich für die AFu-Kasse ist aber
dann fehlt eben auch Zeit.

;) ;)
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von DL4TMA » 11. Jan 2019, 15:27

Gut, wenn das neue QRL das hergibt gibt es natürlich immer die Lösung, dass man zur Firma von DB6NT geht und dort fertiges Equipment klickt... Damit sollte sich so eine Station auch ohne "Materialschlacht" aufbauen lassen...

Aber den Spaß wollte ich mir jetzt nicht nehmen lassen, irgendwie muss ich ja auch nen bisschen mehr über HF-Technik lernen... ;)
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Re: 1. geostationärer Afu-Satellit Es`hail-2

Beitrag von Klappo » 12. Jan 2019, 11:36

Ich mag es gerne möglichst einfach ;-)

RX mit 10€-PLL-LNB, SDR-Stick und Raspberry/Touchscreen. Für die Driftkorrektur ggf. ein zweiter SDR-Stick. Alles ohne großen Aufwand/Kosten und ohne Umbauten.

TX mit 2m-Allmodegerät und passendem Sendemischer. Antennen für RX/TX erst einmal getrennt (80cm Offset aus dem Baumarkt). Und später vielleicht auch kombiniert. Gibt inzwischen ganz gute Ansätze für LNB/Helix-Kombifeeds.

P4A_Station.jpg
SatControl.png
SATControllerSDRNano.jpg
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