CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Hilfe und nützliche Hinweise bei Problemen mit Geräten.
DO9KW
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CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DO9KW » 25. Jun 2020, 10:40

Moin zusammen,

nachdem es das DB3OM Forum ja nicht mehr gibt und ich einige Zeit lang QRT war bin ich seit knapp einem Jahr nun wieder zurück im Hobby
und plane gegen Ende des Jahres, sofern durch die aktuelle Situation möglich, ggf. die Aufstockung auf die Klasse A, obwohl ich aus der Materie schon sehr lange raus und auch nicht wirklich vom Fach bin.
Genau aus diesem Grund möchte ich aber auch einen Lehrgang machen, um so, verbunden mit Fleiß, die "große Lizenz" zu erlangen.

Das aber nur als kleiner Opener ;)

Was ich eigentlich wissen möchte:
Ich würde gerne wieder in die digitalen Betriebsarten, speziell SSTV, FT8, RTTY und vll. noch PSK31 und APRS (wenn man das dazuzählen möchte) einsteigen. Hierzu habe ich mir im QRP Shop ein TinyGate USB Interface besorgt, als Transceiver verwende ich seit vielen Jahren den Yaesu FT-857D,
bei dem gefühlt schon jede Optimierung durchgeführt wurde, die auf mods.dk verfügbar ist :lol:
Ich weiß, der Transceiver ist nicht optimal und hat auch nicht das beste Großsignalverhalten, aber da ich momentan aufgrund von Platzmangel ohnehin noch nicht wieder auf 80m, geschweige denn 160m QRV sein kann ist der Transceiver für 10/15m und VHF/UHF soweit in Ordnung.
Da auch noch dazu das nötige Kleingeld für einen modernen Kurzwellentransceiver fehlt möchte ich noch etwas Zeit (und Geld) in die Optimierung meines FT-857D stecken, da ich diesen in jedem Fall behalten werde.

Ich habe nun relativ günstig zwei INRAD Filter bekommen, einmal den 2.0 KHz SSB Filter, von dem ich mir besonders beim DX-Verkehr viel erhoffe, da die Filter sehr rauscharm sein sollen:
https://www.inrad.net/product.php?produ ... =19&page=1
Ist das so oder wäre ein breiterer Filter besser?
Momentan habe ich noch einen 2.7 KHz Murata Filter verbaut

und dann noch den 300 KHz CW Filter:
https://www.inrad.net/product.php?produ ... =19&page=1

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich den CW Filter überhaupt benötige, da ich CW nicht betreibe und das auch in Zukunft nicht vor habe.
Ein OM sagte mir, dass ein solcher Filter trotzdem für die Schmalband Betriebsarten wie SSTV und FT8 in jedem Fall brauchbar ist.
Ich bin nun am überlegen ob das tatsächlich der Fall ist?
Speziell bei FT8 sind die Stationen auf einer Frequenz doch z.T. mehr als 300 KHz außeinander, oder?
Mit dem 300 KHz Filter würde ich die Stationen außerhalb des Bereiches dann vermutlich gar nicht mehr mitbekommen.

Daher also hier die konkrete Frage:
Benötige ich einen CW Filter für digitale Betriebsarten bzw. habe ich dadurch einen Vorteil oder wäre das rausgeworfenes Geld und ein CW Filter ist tatsächlich nur für CW geeignet? Immerhin kostet ein solcher Filter gebraucht immer noch 100€+

Danke und vy73 aus der Nähe von Bremen
DO9KW - Stefan
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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von HB9EVI » 29. Jun 2020, 18:31

Das 300Hz Filter macht Sinn für schmalbandige Betriebsarten, PSK z.B. oder eben CW
Für die WSJT-modes ist es aber nicht geeignet, da die Software die ganze Durchlassbandbreite eines SSB-Kanals (2,7kHz) auswertet. Für RTTY, SSTV und ähnliches macht es weniger Sinn.

ich hab's in meinem 817er drin und benutze es auch gerne, wenn ich mal PSK oder CW mache

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DF5WW » 29. Jun 2020, 19:04

Hmmmm .... PSK31 mit 300 Hz CW-Filter ?. Wenn ich an die 8x7er Reihe Denke weis ich das für
digitale Betriebsarten (Pseudodigital) ein USB-Kanal verwendet wird. Also i.a. Regel 3 kHz. Mode
steht dann am TRX auf USB oder DIG-U. Letzteres damit der Rückwärtige ACC läuft. Bin jetzt seit
langem aus der Yaesu-Geschichte raus aber kann man das CW-Filter im SSB-Kanal überhaupt schalten :?:

Sinn macht es definitiv keinen bei den WSJT-Modes und soviel steht fest :!:
73´s, Jürgen ;) ;)
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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von db6zh » 29. Jun 2020, 19:24

Wenn es preiswert zu haben und einzubauen ist, warum nicht. Ob und wie es dann schaltbar ist in dem Yaesu .... ?? Bei RTTY gibt es Mark- oder Space-Only Mode im QRM Fall, da hilft das eventuell (je nach QRM) ebenso gut wie bei CW. Im RX habe ich ab und an mit CW-Filter so gearbeitet (alte Trio 599 line, CW-Filter 250Hz ±6dB, 750Hz ±60dB).
73 Peter

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DF5WW » 29. Jun 2020, 19:37

Moin Peter,

den/die Modes gibt es aber auch nurnoch bei klassischen RTTY Konvertern. Heute läuft das über
Interfaces die einen SSB-Kanal voraussetzen. Also AFSK und kein FSK mehr, da wird der CW-Filter
m.M. nach garnix nutzen weil er nicht geschaltet werden kann.

Nur meine Meinung eines Simplizissimus.

Es sei denn es lässt sich der CW-Filter im Menü auch für SSB und/oder DIG-U und/oder verwenden.

;) ;)
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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von HB9EVI » 29. Jun 2020, 19:49

ich hab bei meinen Geräten seit eh und je einen IF-Tap gemacht, damit ich eine Spektrumanzeige hab; somit kann ich für CW oder PSK das CW-Filter eingeschaltet lassen und einfach zum gewünschen Signal hinkurbeln.

wenn man selbst ruft, kann man es auch an lassen, da es im Gegensatz zu den WSJT-modes üblich ist, auf der Ruffrequenz zu antworten.

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DJ7WW » 29. Jun 2020, 20:13

DO9KW hat geschrieben:
25. Jun 2020, 10:40

Ich habe nun relativ günstig zwei INRAD Filter bekommen, einmal den 2.0 KHz SSB Filter, von dem ich mir besonders beim DX-Verkehr viel erhoffe, da die Filter sehr rauscharm sein sollen:
https://www.inrad.net/product.php?produ ... =19&page=1
Ist das so oder wäre ein breiterer Filter besser?
Momentan habe ich noch einen 2.7 KHz Murata Filter verbaut

und dann noch den 300 KHz CW Filter:
https://www.inrad.net/product.php?produ ... =19&page=1

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich den CW Filter überhaupt benötige, da ich CW nicht betreibe und das auch in Zukunft nicht vor habe.
Ein OM sagte mir, dass ein solcher Filter trotzdem für die Schmalband Betriebsarten wie SSTV und FT8 in jedem Fall brauchbar ist.
Hallo Stefan,

Für FT-8 und SSTV ist das 300Hz Filter auf jeden Fall nicht zu gebrauchen, für RTTY nur eingeschränkt.
PSK31 o.ä. sollte damit möglich sein.

Quarzfilter rauschen nicht, das kann also kein Kriterium sein.
Etwas anderes ist die Rauschbandbreite, die wird durch ein schmaleres Filter ebenfalls kleiner und damit der Störabstand besser.
Ob der Sende-Betrieb mit dem 2kHz in SSB sinnvoll ist hängt von der Art der Signalerzeugung ab, wenn es auch als Seitenbandfilter beim senden genutzt wird würde ich davon abraten, weil die Modulation damit zu wenig Höhenanteil hat und damit eingeengt und schlecht verständlich klingen wird. Zum Senden müsste daher auf ein breiteres Filter geschaltet werden.

73
Peter

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DL6IB » 30. Jun 2020, 00:29

Ein OM sagte mir, dass ein solcher Filter trotzdem für die Schmalband Betriebsarten wie SSTV
SSTV ist definiert mit "unter 3 kHz" Bandbreite - etwa einem SSB-Sprechkanal (2,7 kHz) angepaßt. Das erste S steht für "Slow" nicht für "Schmal". Ein 300-Hz-Filter dürfte da arge Probleme bereiten.

Bei den Digimodes hängt es davon ab, wieviel vom "Kanal" Du in der Software vernünftig mitlesen können möchtest. Wenn Du eben "nur" 300 Hz statt der üblichen 2700 lesen kannst (bzw. 3000, wenn der Filter etwas "flacher" läuft) wird das Suchen nach einer Gegenstation oder ein Pileup eher zum Zufall. Umgekehrt kann man sich einen übervollen "Kanal" seitlich etwas abknappsen - ist wohl ne Praxissache bzw. eine der persönlichen Vorlieben.
73, Jörg

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von db6zh » 30. Jun 2020, 13:46

Jetzt mal rein von der HF-Seite: 2,0 kHz anstelle 2,7kHz halte ich nur für sinnvoll, wenn die -60dB Bandbreite bei dem Murad-Filter schlechter ist. Ansonsten bringt es eigentlich nicht allzuviel für SSB. Nur als Beispiel meiner Trio-Line: ±1,1kHz (=2,2kHz) -6dB und ±2,5kHz (=5kHz) -60dB. Die besten Collins-Filter aus dieser Zeit (70er) schafften das etwa ähnlich bis -80dB, wurden oft als mod in damalige Lines/TRX eingebaut.

Dein 2.0kHz Filterangebot hat bei -60dB ~7,5kHz Bandbreite, nicht gerade berauschend im Vergleich zu früheren Filtern. Bei Deinem eingebautem Filter käme es auf die Daten an. Unter http://www.datasheet39.com/PDF/954012/C ... sheet.html (dann PDF anklicken) wäre das beste Filter mit 7,5kHz bei -40dB. Bei gleichen -40dB hätte das Inrad-Filter auch bereits 6kHz Bandbreite. Wäre mir nicht 140 Euro wert.

Versuche mal an die eingebauten Filterdaten zu kommen, für einen besseren Vergleich. Zum CW-Filter habe ich schon geschrieben, ich nutze es bei meinem Analog-Geräten relativ oft - ist halt Geschmacksache. Klassik-SSTV braucht ~2,5kHz Bandbreite, da ist es natürlich fehl am Platz. RTTY hat teilweise 170Hz shift, da nutzt es, und evtl. auch MO oder SO, sofern man kann. Normalerweise höre ich RTTY mit SSB 2,5kHz und schalte im QRM-Fall runter, wenn die Shift dazu paßt. Für MO und SO habe ich zwar einen Converter (MPC1000R, Museumsstück :-) ), aber den muß ich erst für PC-Betrieb noch umbauen (geht/ging am T100S). Beim PK232 muß ich mal gelegentlich im Manual nachsehen, glaube eher nicht. Bei Soundkarten-S/W (MULTIPSK, etc.) muß ich mal suchen, bin neugierig geworden.

73 Peter

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Re: CW-Filter für Yaesu FT-857D sinnvoll?

Beitrag von DJ4RAM » 30. Jun 2020, 14:04

Ich nutze das 300Hz Collins-Filter im FT-817 für CW, WSPR und PSK31. Sogar bei FT8 bringt es was, wenn man die im eigenen ADC entstehenden Harmonischen von "zu lauten" Stationen wegfiltern muss, weil sie das Nutzsignal der Station überlagern, die man hören will.

Es sind meiner Kenntnis nach übrigens reine Empfangsfilter. Das zuvor verbaute Collins 2,3 kHz Filter verbesserte die Empfangsselektivität bei wegen Contesten eng beieinander liegenden Stationen, gesendet wurde in SSB aber mit bis zu 2,7 kHz Bandbreite. Leider kann man im 817er nur ein Filter einbauen, und CW ist hier höher priorisiert.
Vy 73 de Sharam DJ4RAM

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