Frage zum SA 612

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Mira
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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von Mira » 20. Mai 2020, 12:51

Hallo Peter,
habe nach Deinen Anregungen nun doch den LC-Oszillator intern zum laufen gebracht.
Habe auch den 4,7 uF weggelassen, und am Ausgang einen 1K angeschlossen, und danach mit 100nF nach Masse geblockt. Zur DC-Entkopplung habe ich einen 150 nF verwendet.
Habe auch den ZF-Umsetzer nochmals modifiziert, und den zweiten Ausgang offen gelassen.

Summa Summarum ist das nun wirklich richtig klasse - mit einem kleinen Wehmutstropfen: Bekommt der SA 612 eine 9V - Versorgung über 1K, schwingt das IC. Lege ich dann am selbigen Punkt 10 V Ref an, ist dies nicht gegeben. Nur ein kleiner Pieps entsteht, wenn ich das externe Netzteil ausstöpsle.

Mit all meiner Kenntnis, und mit allem Möglichen an Versuchen habe ich es nur so hin bekommen. Es hilft weder ein dicker Elko, noch eine HF-Spule, noch eine Z-Diode.
Es ist nun eben so; ich kann damit leben, auch wenn es fachlich gesehen nicht in Ordnung ist.
Anbei die aktuelle Schaltung. Die Spule L ist unerheblich, doch sie reduziert mit ihrem Gleichstromwiderstand etwas die Versorgungsspannung des SA 612 (7,25 V).
Edit: Die Spule ist weg, und ich habe nochmals einen 100 Ohm anstatt dieser eingefügt. So bekommt das IC nun 7 V. Weniger geht nicht; dann schwingt`s.

Hatte lange herum gemacht; letzten Endes schwingt die Schaltung bei 6V Versorgung. Bleibt nur noch ein separater Aufbau auf Lötpunktraster mit umlaufender Masse. Garantie dafür gibt es nicht - Learning by doing....

73 Mira
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0ri0n
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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von 0ri0n » 20. Mai 2020, 14:50

Mira hat geschrieben:
19. Mai 2020, 16:30
Hallo Robert, wenn ich Dich richtig verstanden habe,
müsste ich Pin 7 vom SA 612 offenlassen, und den vorig dort angeschlossenen Übertrager nach Masse legen ?
Dann wäre der Übertrager auch nutzlos?
Ja, der Übertrager ist fehl am Platz. Im SA612 werkelt ein Transistor in Kollektorschaltung (Basis=Pin6 und Emitter=Pin7) für den optionalen Oszillator. Es gibt keinen Phasenunterschied zwischen Pin6 und Pin7. Werden diese Pins zur differentiellen Einspeisung der BFO-Spannung missbraucht, arbeitet der integrierte Transistor dagegen. Die Konzequenz ist, dass eine deutlich höhere BFO-Spannung bereitgestellt werden muss als normalerweise notwendig.
Mira hat geschrieben:
19. Mai 2020, 16:30
DK4SX hat damit einen Semco repariert, in dem er genau diese Schaltung eingefügt hatte.
Vielleicht hat Uli das Datenblatt nicht so genau studiert und sich wohl gedacht, dass neben den Ein- und Ausgängen auch der LO-Eingang differentiell ausgeführt ist? Genaue Angaben dazu kann wohl nur er liefern.
Mira hat geschrieben:
19. Mai 2020, 16:30
Habe alle Änderungen wieder zurückgebaut. Ohne Übertrager klingt die NF grottenschlecht. Würde sagen, instabil.
Hast du die BFO-Spannung neu eingestellt? Nur den Übertrager zu entfernen reicht nicht aus. Wenn du zufrieden mit der ursprünglichen Schaltung bist dann behalte diese einfach bei.
Mira hat geschrieben:
19. Mai 2020, 16:30
Und der Übertrager macht auch Sauereien - und kommischerweise funktioniert der RX mit all diesen Sauereien am Besten :)
Der Übertrager macht Sauereien? Das sollte er aber nicht, es handelt sich ja um ein passives Bauteil. Was für "Sauereien" hast du festgestellt?
73, Robert

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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von Mira » 20. Mai 2020, 14:55

Hallo Robert,
die "Sauereien" des Übertragers waren eine extreme Verzerrung der Sinusspannung. Lag vermutlich an einer starken Belastung durch zu geringe Induktivität. Wenn ich den Übertrager entfernte, musste ich bei kapazitiver Einkopplung der Oszillatorspannung den Pegel derer drastisch reduzieren.
4+4 Windungen auf einem 3H1 Schalenkern von Valvo (mittlerweile fast ein Museumsstück) sind wohl ziemlich wenig XL bei 455 KHz..
Bei einem AL-Wert von 250 nH/n2 wären das 4 uH; das ergibt einen XL von 11,42 Ohm, wenn ich richtig gerechnet habe, und der AL-Wert stimmt.

Neu ist, dass ich den Produktdetektor so umgebaut habe, dass der SA 612 nun mit dem internen Oszillator arbeitet.
Und das ist bis jetzt das Optimum aller Bemühungen.

73 Mira

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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von Mira » 23. Mai 2020, 13:59

Habe mich nochmals am Produktdetektor zu schaffen gemacht.Letztendlich konnte ich den PD doch so modifizieren, daß bei 6 Volt Ub
nichts schwingt. Darunter allerdings schon. Bereits ab 1 Volt geht es los, und endet bei ca. 5,8V.

Mit einer weiteren Schaltung wollte ich das Schwingverhalten untersuchen. Dazu habe ich den PD genauso gebaut, wie im RX. Habe die zweite Schaltung auf Lötpunktraster aufgebaut, mit umlaufender Masse.

Ich habe herausgefunden, dass der Kondensator Cx mit 220nF günstiger ist, als mit 100nF. Bei 220nF reißen die Schwingungen eher ab.
Bei zweimal 47nF ist das Pfeifen viel höher; aber die Schwingungen reißen nicht mehr ab; und der PD funktioniert nicht mehr.

Vielleicht liegt es auch am ZF-Transformator (schwarz statt gelb); das weiß ich nicht. Aber einen schwarzen ZF-Trafo einzubauen ist ein
Klimmzug; denn die Wicklungen hochohmiger/niederohmiger sind von der Anschlußposition her vertauscht. Wie auch immer; ich bin soweit zufrieden.

Nun habe ich zwei relativ funktionsfähige Teile; einer im RX und einer für irgendwas in der Zukunft.
Mit einem Audio-Muting wäre auch der Pieps beim Ausschalten erledigt.

Anbei der aktuelle Schaltplan, sowie Fotos der kleinen Platine.

73 Mira
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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von 0ri0n » 24. Mai 2020, 18:59

Hallo Mira,
Mira hat geschrieben:
23. Mai 2020, 13:59
Habe die zweite Schaltung auf Lötpunktraster aufgebaut, mit umlaufender Masse.
bei Lochraster nehme ich gerne Cu-Klebestreifen (z.B. bei Conrad erhältlich), mit der ich die gesamte Oberfläche der Platine bedecke, wodurch die Oberseite zur durchgehenden Massefläche wird. Dort wo Bauteile Verbindung zur Unterseite haben, schneide ich mit einem Skalpell oder einer Rasierklinge kleine Quadrate aus der Cu-Folie aus. Bauteile mit Verbindung zur Masse können HF-gerecht, direkt mit der Oberseite verlötet werden.
Mira hat geschrieben:
23. Mai 2020, 13:59
Ich habe herausgefunden, dass der Kondensator Cx mit 220nF günstiger ist, als mit 100nF. Bei 220nF reißen die Schwingungen eher ab.
Bei zweimal 47nF ist das Pfeifen viel höher; aber die Schwingungen reißen nicht mehr ab; und der PD funktioniert nicht mehr.
Der Trennkondensator in der Rückkopplung des Oszillators sollte eigentlich nichts mit der Schwingneigung des Produktdetektors zu tun haben.

Noch nicht optimal ist die Entkopplung der hochohmigen Versorgungsspannung (nur 220nF an Pin 8). Da der Produktdetektor sowohl HF als auch NF verarbeitet, sollte an Pin 8 zusätzlich noch ein größerer Elko/Tantal parallelgeschaltet werden.
Die Entkopplung des ungenutzten ZF-Einganges (10nF an Pin 2) ist etwas dürftig ( wurde 1:1 vom Semcoset-PD übernommen). Im Semcoset beträgt die ZF 10,7MHz, da sind 10nF völlig ausreichend. Für 455kHz wären z.B. 220nF passender. Vielleicht bringen diese einfachen Maßnahmen etwas, um dem PD die Schwingneigung abzugewöhnen. Die "umlaufende Masse", die mehr einer umlaufenden Induktivität ähnelt 8-), könnte dafür aber auch als Ursache zu sehen sein.
73, Robert

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Re: Frage zum SA 612

Beitrag von Mira » 24. Mai 2020, 20:22

Hallo Robert,
im Prinzip existieren nun 2 gleiche Schaltungen vom Schaltplan her; aber in 2 unterschiedlichen Aufbauten.
Die eine ist bereits im Doppelsuper eingebaut, in einem Abschirmgehäuse und einer großen Massefläche - die andere ist auf Lötpunktraster aufgebaut.
Und BEIDE Schaltungen verhalten sich gleich; und BEIDE mögen keinen Elko am Pin 8. In BEIDEN Fällen funktioniert der PD damit nicht mehr.
Selbst wenn meine "umlaufende Induktivität" problematisch wäre - warum hat dann die Schaltung im Manhattan-Style exakt dasselbe Verhalten?

(Bei der Schaltung im RX habe ich den 10 nF am PIN 2 gegen einen 100 nF getauscht; und in der Lötpunktraster-Schaltung war der bereits drin. Weitere 100nF zeigen keine Änderungen; aber auch mit 10 nF gibt es keine Änderungen an der Funktion).

Logik scheint hier nicht mehr zu funktionieren; aber das Geringste aller Übel wäre, die Schaltung einfach so zu lassen - denn damit funktioniert mein RX.

Vielen Dank noch für die Info mit der Cu-Massefläche.

73 Mira

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