Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

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DL6IB
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von DL6IB » 13. Jun 2019, 16:12

und da muss weltweit eigentlich garnix passieren.
Je kleiner ein Feld ist, welches beackert wird, desto schneller ist die Saat ausgebracht! In sofern ist dieser Vorstoß durchaus ernst zu nehmen und vor einem möglichen Alleingang schützt das erstmal auch nicht. CEPT ist - wie alles in der Politik - nur eine vertragliche Übereinkunft, ein verschriftlichter Kompromiß. Verträge kann man ändern bzw. für sich Bereiche ausklammern und damit neu fassen ... Passiert doch täglich, man muß nur gelegentlich mal die Nachrichten verfolgen.

Und nebenbei: wer legt fest, daß wir primärer Nutzer sind? Doch wohl nicht wir selbst. Letztendes wird doch von viel weiter "oben" entschieden, wo wir die Nase drin haben und wo nicht. Und keiner hat Garantien, daß aus einem "Primär" kein "Sekundär" oder "Garnix" wird in Zukunft.

Ob das nun 2019 oder 2023 zur "Marktreife" gelangt, ist auch wurscht - Fakt ist, daß die Diskussion in Gang gebracht wurde und das ist für sich schon schlimm genug!
Sowas ist für mich einer der Hauptgründe Mitglied im DARC zu sein. Muss auch mal gesagt werden.
Dem pflichte ich bei. Ohne einen schlagkräftigen Dachverband wären wir von den Frequenzgeiern längst weitestgehend ausgerottet...
73, Jörg

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db6zh
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von db6zh » 13. Jun 2019, 22:26

Solange die Amis auf 2m 4MHz haben hoffe ich doch, das bei einer Diskussion über weniger als 2MHz in Europa irgendwo noch ein paar Eier in der Hose sind, die die Antragsteller in selbige kneifen. Man muß ja nicht Trump spielen, aber auch nicht jede Schnapsidee noch lang und breit begutachten.

Sorry, aber ich versuche es gerade mal etwas spontan ...... (meine Diplomatie hat gerade Urlaub) ,
73 Peter (u.a. auch aus diesen Gründen im DARC)

dj3ue
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von dj3ue » 22. Jun 2019, 21:49

Vorstandsinformation (003)
Verteiler: Vorstand, Amateurrat, Referenten, Geschäftsführer,
GS Bereichsleiter, Redaktion, Verlag
Datum: 17.06.2019
erstellt von: Steffen Schöppe, DL7ATE, und Christian Entsfellner, DL3MBG

Stellungnahme zur aktuellen 2m-Band Problematik
16.6.2019
Auf der Suche nach Frequenzspektrum für kommerzielle Datenkommunikation zwischen
Luftfahrzeugen und Bodenstationen (Aeronautical Mobile Service - AMS) droht das 2m-Band
als potentielles Band in die Untersuchungen für eine gewünschte neue AMS-Zuweisung mit
einbezogen zu werden. Zurzeit handelt es sich noch um einen diesbezüglichen Antrag
Frankreichs an die CEPT Vorbereitungsgruppe (CPG19, Conference Preperatory Group und
PTA, Project Team A, Untergruppe der CPG19) für die im Oktober 2019 stattfindende Welt-
funkkonferenz (WRC-19) in Sharm El-Sheikh, Ägypten.
Sollte dieser Antrag unverändert auf der nächsten CPG19-Sitzung im August in Ankara die
Unterstützung der 48 CEPT-Mitgliedsstaaten erhalten, hätte er gute Chancen, auch auf der
Agenda der übernächsten WRC-23 zu gelangen.
In den vier Jahren bis zur WRC-23 würden die Funkverträglichkeitsbedingungen für eine
zusätzliche AMS Zuweisung im Bereich zwischen 144 MHz und 22.2 GHz in den beauftrag-
ten ITU-R Studiengruppen detailliert untersucht werden. Ergebnisse zu allen Aspekten dieser
Untersuchungen wären ITU-R Reports und ITU-R Empfehlungen (Recommendations), die
auch im Konsens der 193 ITU Mitgliedsländern zu erarbeiten sind. Diese Dokumente, zu-
sammen mit politischen Bewertungen, führen dann auf der WRC-23 zu einer Entscheidung,
ob oder wie die ITU Radio Regulations (VO-Funk) in dem beschlossenen Frequenzbereich
zu ändern wären.
In all diesen Abfolgen wird die IARU, unterstützt durch regulatorische Experten der Mit-
gliedsverbände (DARC, …) versuchen, auf die Entscheidungen dieses Prozesses in Sinne
des vollständigen Erhalts der bestehenden 2m-Band Zuweisung hinzuwirken.
Allerdings, jetzt ist ein kühler Kopf angesagt. Bekanntlich haben beide Funkdienste (amateur
und amateur-satellite service) im 2m-Band primäre Zuweisungen. Wie jeder andere der über
40 in den ITU RR definierten Funkdienste sind mit einer primären Zuweisung besondere
Rechte auf einen störungsfreien Funkbetrieb verbunden.
Es gibt aber keine Ewigkeitsgarantie für diese Rechte. Jede WRC ist eine unabhängige Kon-
ferenz der ITU Mitgliedsstaaten, bei der völkerrechtlich verbindliche Vereinbarungen getrof-
fen werden, die im Range eines Staatsvertrags (Treaty) stehen. Die auf der WRC-19 im
Konsens der 193 Mitgliedsländer beschlossene neue Edition der ITU Radio Regulations (VO
Funk) ersetzt die heute gültige Edition 2016 und alle vorherigen.
Die Verwaltung jedes Mitgliedstaats stimmt formell der verabschiedeten neuen Edition zu
und veranlasst im nationalen Gesetzgebungsverfahren (in D: Deutscher Bundestag) die voll-
ständige (oder ggfs. auch teilweise) Übernahme aller beschlossenen Änderungen in nationa-
les Recht.
Was unternimmt nun die IARU (DARC, …) und was kann jeder einzelne Funkamateur bei-
tragen, dass unser 2m-Band nicht auf der Liste verbleibt, wenn im Oktober die WRC-19 über
die Agenda der folgenden WRC-23 entscheidet?
Die IARU arbeitet bereits intensiv daran bis August (CPG19) dieses Ziel zu erreichen. Es
hängt davon ab, ob sich genügend CEPT-Verwaltungen (48!) in unserem Sinne für eine Ab-
lehnung der Einbeziehung des Frequenzbereichs 144 – 146 MHz in Studien des französi-
schen Antrags einsetzen, bevor dieser zu einem CEPT-Vorschlag wird.
Das Kriterium mindestens 10 dafür / nicht mehr als 6 dagegen.
Hier sind im weitesten Sinne auch alle Funkamateure gefordert. Es ist besonders wichtig,
dass der Amateurfunk mit einer Stimme spricht. Einzelinitiativen, eventuell mit "direkten
Drähten" nach Berlin und/oder Brüssel helfen da nicht weiter. Im Gegenteil, sie können mas-
siv unserem Anliegen schaden, weil sie möglicherweise einem systematischen Vorgehen die
Wirkungskraft nehmen.
Was wir aber alle tun können ist, dass auf dem 2m-Band, wie auch auf den anderen Bändern
der Amateurfunk als eine wichtige gesellschaftliche Bereicherung wahrgenommen wird, die
ihrem gesetzlichen Auftrag (ITU RR Artikel 25 und AFuG) angemessen nachkommen. Inhal-
te und Stil von Amateurfunkaussendungen sollten von einer technischen und operativen
Kompetenz bestimmt sein, Aus- und Eigenbildung von Jugendlichen und Erwachsenen her-
vorheben, technische Ideen und Lösungen beinhalten (WSJT, SDR-TRX, OSCAR, DATV,
Funkwetter, u.v.a.m.), Notfunk vorweisen usw.
Unterstützen wir deshalb die CEPT-Verwaltungen, die dem Amateurfunk aus diesen und
anderen Gründen grundsätzlich positiv gewogen sind. Es ist in unserer aller Verantwortung,
diese Sympathien mit unseren QSOs auf allen Bändern, täglich neu bestätigen. Letztlich wird
kein einzelner Kopf darüber entscheiden wie es mit dem 2m-Band weitergeht, sondern ent-
scheidend ist die Gesamtstimmungslage aller Verwaltungen.
Wann immer wir uns im Ringen um den erfolgreichsten Weg auseinanderdividieren (lassen),
verlieren wir an Kraft in diesem ungleichen Kampf. Wir haben gerade vor ein paar Tagen
wieder vernehmen können, was bestimmten Investoren "1 MHz-Bandbreite" wert ist. Unser
"Kapital" ist der gesellschaftliche Beitrag zum Einsatz und Vermitteln von technischem Wis-
sen und Begeisterung für die Funktechnik über das gesamte derzeit nutzbare Frequenz-
spektrum (137 kHz bis 250 GHz). Das hat uns bisher die Privilegien gesichert, um die uns
andere Funkdienste nur beneiden.
Die nächste PTA Sitzung findet vom 17. – 21. Juni 2019 statt. Im Verlauf dieser Sitzung wird
schon versucht, 2m aus der Vorschlagsliste zu streichen. Ob dieser Versuch erfolgreich war,
werden wir noch am Freitag während der HAM RADIO erfahren.

Christian Entsfellner
DL3MBG
DARC Vorstandsmitglied
RTA Vorsitzende

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db6zh
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von db6zh » 23. Jun 2019, 12:48

Vielleicht hilft der französische Antrag auch dem einen oder anderen, seine Verbandsphilosophie zu überdenken. Man kann ja durchaus ewig und drei Tage darüber streiten, was so alles in den Afu-Verbänden falsch gemacht wird. Wohin es laufen kann, wenn gar kein Verband mehr da ist, und was dann eine Amateurfunkgenehmigung noch wert ist, kann sich an diesem Antrag ja nun jeder leicht ausrechnen.

BTW: wenn ich in 60 Jahren Mitgliedschaft bei jedem Knatsch oder Sch...... ausgetreten wäre, wäre ich vor lauter Kündigungsschreiben nicht mehr zum funken gekommen. Jeder Ärger läuft sich irgendwann tot und neue Leute machen weiter, natürlich auch nur nach bestem Wissen und Gewissen.

73 Peter

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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von OE1TKS » 23. Jun 2019, 18:28

frage : ist da jetzt schon was rausgekommen auf der HamRadio ?
Tom
http://www.OE1TKS.at
oe1tks(at)oevsv.at

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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von dj3ue » 23. Jun 2019, 20:29

Ich kann im Moment noch nichts finden
https://cept.org/ecc/groups/ecc/cpg/cli ... roduction/

Wenn ich das richtig verstanden habe, müßte es das 8. Treffen des Conference Preparatory Meeting (CPM19) sein?

DF5WW
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von DF5WW » 26. Jun 2019, 21:30

Nachdem hier, und im DARC Forum, bereits entsprechende Versuche unternommen wurden nachzuhaken
hab ich einfach mal die Möglichkeiten von qrz.com genutzt und Uli (DK4VW) per Mail angeschrieben. Würde mir
wünschen das es, sowohl hier als auch im DARC Forum, entsprechenden Input gibt.

Gruss, DF5WW, Jürgen
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

Dell55neu
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von Dell55neu » 28. Aug 2019, 16:54

Die Franzmänner sollten bedenken,
was mit all den tausenden französischen Funkamateuren passiert, die nur auf 2m (144-146 Mhz) mit 25 W PEP unterwegs sein dürfen?
Die haben nur das eine Band.....Die dürfen nicht auf 70cm geschweige denn wie die Klasse E auf 10/15/80/160m oder oder....
Das ist fast das gleiche wie bei 6m, wo nur in Teilen Frankreichs von FA der höchsten AFU-Klasse gefunkt werden darf?!
Ausserdem weiss ich von vielen FA in F, die haben 2m EME-Antennenanlagen für tausende Euros aufgebaut.
Wenn die den franz. Staat deswegen auf Schadensersatz verklagen.....?

Ich denke, dass war ein Vorstoss in eine Richtung, die völlig unüberlegt und nur von wirtschaftlicher Ergomanie getrieben war/ist!
73, Helmut

DL8CBM
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von DL8CBM » 28. Aug 2019, 17:14

Dell55neu hat geschrieben:
28. Aug 2019, 16:54
Ausserdem weiss ich von vielen FA in F, die haben 2m EME-Antennenanlagen für tausende Euros aufgebaut.
Wenn die den franz. Staat deswegen auf Schadensersatz verklagen.....?
Zumindest dieser Punkt dürfte den Franzosen wenig Angst machen. Frequenzzuteilungen sind nie für die Ewigkeit, und jeder der eine Antenne aufbaut muss das wissen, daß die Zuteilung wegfallen kann, und alles umsonst war. Da ist der Staat auch nicht zu irgendwelchem Schadenersatz verpflichtet. Für die betroffenen FA natürlich blöd, aber rechtlich ist da leider nichts dran zu machen.

Dell55neu
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Re: Frankreich schlägt 144-146 MHz für den Flugfunkdienst vor

Beitrag von Dell55neu » 29. Aug 2019, 01:07

Da kennst du die Franzosen schlecht....
Müsstest auch du in den letzten Jahren gemerkt haben, wie penetrant die auf einschneidende Massnahmen ihrer Regierung reagiert haben.
Sei es wegen den Preiserhöhungen beim Sprit (Benzin wie Diesel), bei den Löhnen derer die beim Staat angestellt sind (Müllabfuhr ect.) usw....
Denke mal an die Gelbwesten.
Die lassen sich das nicht bieten! :roll:
Zurück zum AFU-Dienst:
Was machen die dann mit den Intercom-Relais (2m auf 70cm und umgekehrt) ? Alle abschalten?
Gerade vor kurzem, wurden 2 Relais in DMR im Bereich Mittel/Süd- Elsass aufgebaut, die die Eingabe auf 2m und die Ausgabe auf 70cm haben.
73, Helmut

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