Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

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dj3ue
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von dj3ue » 2. Nov 2019, 11:37

DK7BY hat geschrieben:
2. Nov 2019, 08:21
Man beachte, daß bei einem längeren Ausfall auch die Infrastruktur der Amateurfunk Relais ausfällt.
Das 2m Relais auf der Kalmit an der deutschen Weinstrasse hat einen Radius von gut 80-100km und ist im Gebiet Saarbrücken, Frankfurt, Heilbronn, Stuttgart, Strassburg zu empfangen.
Bis vor kurzem hatte der Relais-Standort, von wo u.a. auch BOS, UKW und DAB funkt, ein Notstromaggregat, das Anfang diese Jahres gestrichen wurde.

https://www.der-amateurfunk.de/viewtopic.php?t=1083

DF2JP
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DF2JP » 2. Nov 2019, 11:54

Bei zeitlich begrenzten Stromausfällen mache ich mir relativ wenig Sorgen.
Frage ist halt, was verursacht den Stromausfall.
Technische Probleme beim EVU, da sollte die Ausfallzeit absehbar sein (paar Stunden)
Wesentlich größere Sorgen bereitet mir ein massiver Sonnensturm, mit Ausfall der Infrastruktur.
2012 sind wir nur um 9 Tage an so einem "Event" vorbeigeschrammt, lt. Wissenschaft wäre der Impakt stärker, als beim Carrington-Event von 1859 gewesen.
Wenn uns etwas in der Stärke trifft, dann nützen die o. g. Maßnahmen nicht wirklich was. Solarzellen, Laderegler usw. werden einfach "gegrillt", der IC-703 übrigens auch, wohl dem der noch einen Vollröhren-TRX im Schrank stehen hat oder was EMPfestes.
Die Vorwarnzeit für so einen CMA (coronaler Masse Auswurf) beträgt übrigens ca. 30 min, dannach sind wir zurück im Mittelalter.

Aber prima für´s Klima :mrgreen:

Sind E-Autos eigentlich EMP-fest?

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DO9HC
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DO9HC » 2. Nov 2019, 11:59

DF2JP hat geschrieben:
2. Nov 2019, 11:54
Die Vorwarnzeit für so einen CMA (coronaler Masse Auswurf) beträgt übrigens ca. 30 min
Genug Zeit die Transceiver in den Kühlschrank oder einen anderen abgeschirmten Behälter zu packen oder? Wie lange hält denn so ein Ereignis an?

DL8SFZ
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL8SFZ » 2. Nov 2019, 12:11

Hei, nicht gleich den Weltuntergang zeremonieren. Es geht mir lediglich um die Überbrückung eines überschaubaren Stromausfalls. So eine Sonneneruption und ein BRD-übergreifenden Stromausfall habe ich damit nicht abdecken wollen. Und wenn es dann wirklich so stark kommen würde, dann haben wir noch viel größere Probleme.
Gruß Stefan
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DL5MKH
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL5MKH » 2. Nov 2019, 13:10

Einen Sonnensturm halte ich nicht die wahrscheinlichste Ursache.

Eher wahrscheinlich halte ich einen Ausfall auf Grund von überschreiten der Regelgrenzen.
Wenn die Netzfrequenz unter 49,8 Hz oder über 50,2 Hz schwingt, schalten sich wegen mangelnder regelbarkeit einige Kraftwerke ab, das hat zur Folge daß andere Kraftwerke überlastet werden, diese schalten dann auch ab. Konsequenz wäre ein europaweiter Stromausfall. Experten gehen davon aus, das es dann wohl mehrere Tage dauern kann, bis wir wieder Saft haben.
In der letzten Zeit sind wir des öfteren ziemlich knapp an der Grenze gewesen. Teils schon so knapp das Lasten abgeworfen wurden. Also große Verbraucher wie Schmelzhütten und solche Dinge vom Netz genommen wurden um das ganze zu stabilisieren.

Grund waren wohl Spekulationen an der Strombörse.


Ich hoffe allerdings, das es nicht so weit kommt.

73 Mathias

DL8SFZ
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL8SFZ » 2. Nov 2019, 14:40

Ja, Mathias, genau diese "paar Tage", um die geht es mir. Auch wenn sonst vieles ein Problem darstellt, hab ich dann wenigstens noch das Equipment verfügbar, um an Informationen zu kommen.

Aber mit schuld an der Missere sind all Diejenigen, die in Windräder und Strommasten eine Verschandlung der Landschaft sehen, gleichzeitig aber nach Abschaltung der Atomkraft und Kohlekraft brüllen. Diejenigen, die mit den übergroßen, extrastarken Autos unterwegs sind und meinen, mit einer Ablaßzahlung gutes zu tun!. Gegen diese Form der Dummheit ist leider kein Gras gewachsen.

Ja, ich hatte mich vor ein paar Jahren auch gefreut, dass nicht das 200m-Windrad in 800m Entfernung gebaut wurde. Aber eher mehr deswegen, dass nicht viel Geld aufgebaut wurde, das nachher die meiste Zeit wegen Windmangel sich nicht dreht.

Aber ich merke, ich drifte ab. Ein klein wenig Vorsorge für ein paar Tage Strom für die Funke und einer kleinen Lampe sind nicht ganz verkehrt.

Gruß Stefan
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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL5MKH » 2. Nov 2019, 15:31

Da stimme ich dir zu Stefan,

Da ich eh überwiegend Feldbetrieb mache, habe ich 2 litium Akkus gebaut. Jeweils 16,8v 35ah. Einen für mich, einen für nen Kollegen.
Dazu passend ist in der Funkbox ein Wandler 8-36v auf 12v eingebaut.
Damit komme ich erstmal eine Weile hin. Wenn der leer sein sollte habe ich noch 2 Arbeitsakkus 12v je 180ah hier stehen, das sollte dann erst Recht ne Weile reichen. Da bin ich Mal sehr günstig (umsonst) dran gekommen. Also der Funkbetrieb ist für eine Weile gesichert. Durch den Feldbetrieb habe ich auch noch die eine oder andere Camping Lampe. Also sitze ich auch nicht im Dunkeln.

73 Mathias

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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von do1mde » 3. Nov 2019, 08:49

...und immer wieder entsteht ein lächeln in meinem Gesicht wenn ich lese, dass der erste Gedanke des Funkamateurs bei einem langanhaltendem Stromausfall ist, seine Geräte in Betrieb halten zu können......
Ich glaube, ich habe in so einem Fall andere Sorgen ;)

73 Mike

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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL5MKH » 3. Nov 2019, 10:24

Hallo Mike,

Ich unterstelle jetzt einfach, das der jenige OM, der sich um seine Stromversorgung gekümmert hat, auch an die anderen nicht Funk spezifischen Dinge wie Nahrung, Getränke, Wärme und andere Dinge bemüht hat. Das hier zu diskutieren würde aber deutlich von Thema des Threads abweichen und vermutlich selbigen sprengen.


73 Mathias

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Re: Notfunk: Machen wir uns lächerlich?

Beitrag von DL8SFZ » 3. Nov 2019, 10:40

Hallo Mike,
die anderen Sorgen fangen erst nach 2 -4 Tagen an, denn erst dann wird es wirklich eng. Und wenn man weiß, dass nur die wenigstens Mobilfunkmasten wirklich eine echte Notversorgung haben und die meisten nach 2-3 STUNDEN schon offline sind, dann hat man wenigstens noch Kontakt zu anderen Berechen der Republik. Für 3-5 Tage habe ich so oder so Vorräte im Schrank, das haben aber die meisten Bürger.

Mich wundert nur immer wieder, dass wenn man den ersten Schritt macht, viel sofort meinen, man müsse bis in alle Konsequenz alles umkrempeln und umsetzen. Schwarz-Weiß-Denken halt....

Gruß Stefan
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