Antenne im Kunststoff

Hier kann man alles über Antennen oder Zubehör für Antennen schreiben.
hans67
S1
Beiträge: 4
Registriert: 19. Nov 2019, 02:43

Antenne im Kunststoff

Beitrag von hans67 » 19. Nov 2019, 03:19

Hallo liebe Forengemeinde,

ich brauche mal ne kleine Hilfe! Ich möchte eine yagi bauen,433MHz, 3 oder 4 Elemente. die soll in oder auf eine Kunststoffplatte (anstatt Boom) gebaut werden, die Platte ist ca 11 mm dick, ich wollte die Elemente als 1mm-Drähte in ca. 5 mm tiefe und 1 mm breite Rillen in die Platte kleben. Dipol soll dann ein gestreckter sein, an den ich der einfachheit wegen direkt das koaxkabel (50 oder 75 ohm) anschließe, Symmetrierung wird wohl für mich zu aufwändig und bringt evtl. gar nicht viel mehr. Es kommt also nicht unbedingt auf ein viertel dB an!
Ich habe ein Programm zur berechnung von Yagis und wollte hier fragen, ob mein Projekt so machbar ist ??? Ich wollte mit epsilon 0, epsilon r, mü o und mü r die Ausbreitungsgeschw. im Kunststoff errechnen und ins Verhältnis zur Lichtgeschw. setzen, somit erhalte ich einen "Verkürzungsfaktor".
Ich dachte nun alle Element-Längen und -Abstände einfach damit zu korrigieren und ein wenig herumprobieren und habe eine wetterfeste billige Antenne!!
Ihr merkt sicher, daß ich nicht der Experte in eurem Metier bin, ich bin Elektroniker und nicht Funker. Hoffentlich lacht ihr euch nicht kaputt über meine Idee, oder gibts sowas schon? Wie bekomm ich meine Antenne mit nur einfachen Meßgeräten (LTDZ 35-4400m) hin?

Vielen Dank im voraus !

DL8SFZ
S1
Beiträge: 436
Registriert: 8. Jun 2018, 19:33

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DL8SFZ » 19. Nov 2019, 15:03

Hallo Hans,
welchen Vorteil versprichst du dir vom dem Kunststoffboom? Ein Aluboom ist stabiler und erprobt, alle Bastelanleitungen sind darauf abgestimmt.
Eine Symetrierung ist auch kein Hexenwerk und mit dünnem Koax oder entsprechendem Balun leicht umgesetzt.

Außer natürlich, du willst das Rad nochmal neu erfinden...

Gruß
Stefan
Amateurfunk macht Intelligenz hörbar!

DF5WW
S1
Beiträge: 324
Registriert: 23. Okt 2018, 14:13

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DF5WW » 19. Nov 2019, 15:38

Hallo Hans,
Google mal nach DK7ZB Leichtbauyagi. Da gibt's noch Baupläne für nachdem Attila keine Bausätze mehr verkauft. Die nahmen als Boom 20mm HT Rohr und ein Bsp. Für eine einfache Symmetrierung gibt es auch. Ich spreche hierbei von der 50 Ohm Variante. Die gibt es auch als 28 und 12,5 Ohm.
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

hans67
S1
Beiträge: 4
Registriert: 19. Nov 2019, 02:43

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von hans67 » 20. Nov 2019, 11:42

Hallo, vielen Dank!

ich seh mir die Links gleich an.
@ Stefan:
Der Kunststoff ist nicht nur Boom sondern beinhaltet die gesamte Antenne, es ist gleichzeitig der Deckel auf meinen Eulen-Nist-Kasten, der hoch im Baum aufgehängt wird. Der Nistkasten muß Marder- und Waschbär- sicher sein, die Antenne natürlich auch, deshalb die Idee. Natürlich auch wegen der Ansicht.
Balun bekomm ich bestimmt hin, habe etwas RG316 rumliegen.
Für die Ant.- Berechnung habe ich das DOS-Programm QuickYagi von 1996, sollte doch ausreichen, oder was empfehlt ihr da?
Wie ist eure Meinung zur Bestimmung der Element- und Abstands-Maße im KS?

Hans

DL6IB
S1
Beiträge: 124
Registriert: 10. Jun 2018, 22:54

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DL6IB » 21. Nov 2019, 02:12

Ohne jetzt die Berechnung zu bewerten:
Die Anwendung ist mir einleuchtend. ISM-Anwendung (433 MHz) zur Überwachung des Nistkastens - ggf. Wetterstation, Minikamera o.ä.
Bei korrekter Berechnung sehe ich rein von der Antennenseite keine großen Probleme, solange es eben nicht aufs db ankommt. Probleme sehe ich bei sowas erst, wenn Wasser, Eis und Schnee drauf liegt. Was auf offen liegenden Elementen nur wenig stört (die Abstimmung durch die Masse) könnte bei einer geschlossenen Kunststoffplatte zum Isolator werden. Es liegt auf und schließt die Antenne ein. Da nutzt auch ein evtl. Luftloch an den Seiten nicht ;-)

Unterdachantennen kranken an selber Stelle, wenn Schnee auf dem Dach liegt - selbst wenn keine Vollisolation mit Alufolie in den Sparren hängt.

Einen Versuch ist es dennoch wert. Für eine Einfache ISM-Anwendung sollte die Berechnung schon ausreichend sein, der grobe Abgleich in eingebauten Zusatand jedoch vor dem Verschließen mit dem einfachen Spektrumanalyzer, könnte auch gelingen.

Alles in allem wirst Du wohl keine exakte Vorhersage hier bekommen, weil Aufbau und Anwendung sehr speziell sind. Schon bei der Berechnung hast Du es mit zwei uns unbekannten dielektrischen Elementen zu tun: dem Kunstsfoff (PVC, Acryl, Macrolon, ??) und dem Klebematerial, was ja wieder anders zusammengesetzt ist.

Bleibt also nur: Try-And-Error, ausprobieren ;-)
73, Jörg

DL8YEV
S1
Beiträge: 252
Registriert: 8. Jun 2018, 11:18

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DL8YEV » 21. Nov 2019, 11:16

hans67 hat geschrieben:
19. Nov 2019, 03:19
...ich brauche mal ne kleine Hilfe! Ich möchte eine yagi bauen,433MHz, 3 oder 4 Elemente. die soll in oder auf eine Kunststoffplatte (anstatt Boom) gebaut werden, die Platte ist ca 11 mm dick, ich wollte die Elemente als 1mm-Drähte in ca. 5 mm tiefe und 1 mm breite Rillen in die Platte kleben...
Hallo Hans,
die dieelektrischen Verluste in der Kunststoffplatte werden den möglichen Gewinn der Antenne vollständig aufbrauchen.
Ich nehme an, dass du schon Versuche mit einem Rundstrahler hinter dir hast. Diese gibt es fertig als wetterfeste Ausführung.
Dann bleibt dir nur übrig auf der anderen Seite der Funkstrecke aufzurüsten...
73, André

hans67
S1
Beiträge: 4
Registriert: 19. Nov 2019, 02:43

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von hans67 » 21. Nov 2019, 16:02

Vielen Dank!!

ja, an den Verlustfaktor habe ich nicht gedacht, kann nur hoffen, daß er etwas weniger zu buche schlägt und nicht den gesamten Gewinn oder noch mehr auffrißt. Es is doch sicher der tan delta gemeint, den wird man wohl nirgends finden. das Epsilon von meinem PVC -KS habe ich mit ca. 3 gefunden. Das gibt nach meiner Rechnung ~ 0,58 Verkürzungsfaktor (klingt plausibel?),den will ich als Ausgangspunkt für meine ersten Versuche mit dem Dipol nemen.
Bei dem Link zu DK7ZB´s Leichtbauyagis geht die dort verlinkte Seite nicht mehr (offline?) Deshalb fehlt mir die Berechnung der einfachen Symmetrierspule (Ausführung als letzter teil des Zuleitungskabels). Wo kann ich die noch finden?
Außerdem wird auf diesen Seiten eine Meß-Anordnung beschrieben mit zwei gegenüberliegenden Antennen. Genauso hatte ich mir es auch vorgestellt, aber der Abstand von 100m oder mehr??? Warum tuns nicht auch zwei Dipole mit 5 oder 10m Abstand? Sind durch das "Nahfeld" Abweichungen, die wirklich ins Gewicht fallen??

Danke an euch im voraus

Hans

DF5WW
S1
Beiträge: 324
Registriert: 23. Okt 2018, 14:13

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DF5WW » 21. Nov 2019, 17:31

Hallo Habs,

die Bausätze wurden seinerzeit von Nuxcom vertrieben. Eine Downloadseite mit Info´s und
Massen (auch Bauanleitungen) gibt es noch hier: http://www.nuxcom.de/downloads/

Ich hoffe das hilft Dir weiter. Und Sorry, mein Fehler das ich Nuxcom nicht genammt hatte ... :idea:
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

Online
DJ7WW
S1
Beiträge: 606
Registriert: 1. Aug 2018, 15:40

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von DJ7WW » 21. Nov 2019, 18:45

hans67 hat geschrieben:
21. Nov 2019, 16:02
Vielen Dank!!

ja, an den Verlustfaktor habe ich nicht gedacht, kann nur hoffen, daß er etwas weniger zu buche schlägt und nicht den gesamten Gewinn oder noch mehr auffrißt. Es is doch sicher der tan delta gemeint, den wird man wohl nirgends finden. das Epsilon von meinem PVC -KS habe ich mit ca. 3 gefunden.
PVC ist das ziemlich übelste Material für den Bau von Antennen, selbst schon bei Anwendungen für Kurzwelle.
Und natürlich findet man den Tangens Delta.

https://www.kern.de/de/technisches-date ... u?n=2690_1

Gruß
Peter

hans67
S1
Beiträge: 4
Registriert: 19. Nov 2019, 02:43

Re: Antenne im Kunststoff

Beitrag von hans67 » 21. Nov 2019, 21:25

Vielen Dank an Peter,

desillusionierder gehts kaum: 0,03 bei 1Mhz --> vielleicht 0,5 oder sowas bei 500Mhz ??? wie kann man das auf das Projekt beziehen? heisst das 50% weg, also grob 3dB ? pro Antenne oder pro Element oder wie? letzeres stellt wirklich das gesamte Vorhaben in Frage!
Makrolon 3mm (Polycarbonat is das wohl) habe ich noch, vielleicht zwei parallele Platten mit außen umlaufendem Abstandshalter-Streifen verklebt und im Luft-Zwischenraum die Yagi ?? Rein vom Material-Verlustfaktor her bestimmt um einiges besser, oder?

Antworten