Windom unter Dach

Hier kann man alles über Antennen oder Zubehör für Antennen schreiben.
micha
S1
Beiträge: 21
Registriert: 21. Jun 2019, 14:38

Windom unter Dach

Beitrag von micha » 24. Jul 2019, 07:30

Guten Morgen,

aktuell kann ich meine Antennen leider nur auf dem Dachboden montieren. Bis sich das ändert, würde ich gerne versuchen, das Beste daraus zu machen. In meiner Frage geht es um eine 40-20-10 Windom mit 6:1 Balun, die folgenderweise installiert wurde:
windom.jpg
Auf 10m habe ich einen guten SWR, 20m gehen auch noch, bei 40m bin ich deutlich über 2. In einem ersten Test konnte ich gestern einen FT8 QSO auf 10m mit Spanien hinbekommen.
Was könnte ich als nächstes für eine Optimierung versuchen? Ginge auch eine horizontale Verteilung?

Kann leider nicht allzuoft auf den Dachboden, deshalb will ich mir vorher gründlich Gedanken dazu machen.

Vielen Dank im Voraus!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

db6zh
S1
Beiträge: 569
Registriert: 5. Jun 2018, 14:27

Re: Windom unter Dach

Beitrag von db6zh » 24. Jul 2019, 20:23

Falls die Antenne nicht bereits von Hofi/Fritzel ist, lade Dir bitte http://www.hofi.de/pdf/de/Draht%20Antennen.pdf runter. Deine Antenne entspricht der FD3 und auf Seite 15/16 ist die recht gut beschrieben. (Habe ich hier in Papier zu einer noch nicht installierten FD3).

Ich vermute mal, da die auf 40m die volle Länge benötigt, wirst Du nicht viel optimieren können. Solange Du nicht über 3 kommst, laß es, wie es ist, meine Meinung. Bis 3 sind SWR-Verluste erträglich. Bei einem SWR von 4 bei Anpassung erhöht sich der "Line-Loss" lediglich um 1 dB. (ARRL Antenna Handbook)

73 Peter

micha
S1
Beiträge: 21
Registriert: 21. Jun 2019, 14:38

Re: Windom unter Dach

Beitrag von micha » 24. Jul 2019, 21:20

Hallo Peter,

vielen Dank für Deine Antwort. Die Antenne ist diese hier: https://www.wimo.com/drahtantennen_d.html#11380
Auch Danke für den Lesestoff, werde ich mir gleich nachher durchlesen.

Ich versuche nächstes Jahr einen Antennemast zu installieren, dann würde ich die Windom von dort aus quer über den Garten spannen.

73 Micha

db6zh
S1
Beiträge: 569
Registriert: 5. Jun 2018, 14:27

Re: Windom unter Dach

Beitrag von db6zh » 25. Jul 2019, 00:08

Die Längen entsprechen der Fritzel FD3 (Fritzel wurde von Hofi übernommen, nach dem Tod von OM Fritzel und verkauft die Fritzel Produkte weiterhin). WIMO könnte möglicherweise auch Hofi-Produkte verkaufen, da kenne ich mich nicht aus. Möglicherweise ist auch nur der Balun von Hofi. Jedenfalls kannst Du die FD3 Daten übernehmen.

Ich will meine FD3 eigentlich in einen Baum hängen, sind genug da, aber Deine Idee unter Dach ist auch nicht schlecht. Ob die jetzt noch länger im Karton liegt, oder auf dem Dachboden hängt ................ die Zuleitung ist jedenfalls um einiges kürzer. Wenn die unteren Bänder so gut gehen, teste ich das vielleicht mal, ist ja schnell passiert. L-Bungalow und Dach nicht ausgebaut, d.h. ich brauche nur einmal knicken, wobei der lange Teil knappe 17m sind und in den L-Teil (Walmdach) müßte ich den Rest ebenfalls locker unterbringen, alles direkt unterhalb First.

Da bedanke ich mich ganz sakrisch für Deinen Post mit Testbericht, weil ich auf die Idee noch nicht gekommen bin bzw. zuviel Bedenken hatte. Ich habe es nicht so mit Tunern und eine alte Trio 599-Line mit 100W Röhren-PA. Da reicht i.d.R. das Pi-Filter und das werde ich dann mal mit der FD3 unter Dach testen. Bis SWR 3 steckt die locker weg. Ich habe eine FB23 (10-15-20) auf dem Dach und 40 und 80 gehen mir noch ab. Mit der FD3 wollte ich primär 40m machen und irgendwann mal für 80 eine verkürzte Vertikal. Für 80 mit 40m Draht müßte ich den Garten umplanen (die Bäume sind schon zu alt und zu groß) oder "knicken". Wenn die Affenhitze vorbei ist, teste ich es (Kabelkanal vom Shack zum Dach, für's Koax reicht der noch). Im Moment .... 32° im Schatten und jetzt um Mitternacht immer noch 28°.

Viel Sendebetrieb mache ich nicht, deshalb bisher ......
73 und GN Peter

DF5WW
S1
Beiträge: 324
Registriert: 23. Okt 2018, 14:13

Re: Windom unter Dach

Beitrag von DF5WW » 25. Jul 2019, 03:22

Hallo Peter,

wenn Du schon Bäume genug hast würde ich auf jeden Fall die wählen denn Bungalow ist meist 1-Geschossig + Dach
und nicht wirklich das was eine FD3/4 braucht. Die funktionieren nur dann gut wenn sie hoch und gestreckt aufgehängt
sind. Nicht umsonst hatten die seinerzeit die scherzhafte Bezeichnung Fritzel Dummyload 3 bzw. 4.

Zudem hinge man auch noch direkt im Störnebel des eigenen Hauses .... ;) ;)

Im Falle des TE würde ich eher zu einer symmetrischen Anordnung mit Autotuner im Fusspunkt raten. In der Mitte des
Firstes eingespeist und beide Drähte dann am jeweiligen Ende die Dachschräge hinunter. Am besten in entgegengesetzter
Richtung. Also einmal die rechte Dachhälfte hinunter und einmal die linke. CG-3000 wäre da ein Kandidat der einen
entsprechenden Ohmbereich abdecken könnte und der nicht allzu teuer ist. Ich bin mit solchen Konstrukten immer am
besten zurecht gekommen wenn auch das Störproblem bleibt je nachdem was da alles so an Jubelelektronik verwendung
findet ....

;) ;)
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

micha
S1
Beiträge: 21
Registriert: 21. Jun 2019, 14:38

Re: Windom unter Dach

Beitrag von micha » 25. Jul 2019, 10:15

DF5WW hat geschrieben:
25. Jul 2019, 03:22

Im Falle des TE würde ich eher zu einer symmetrischen Anordnung mit Autotuner im Fusspunkt raten. In der Mitte des
Firstes eingespeist und beide Drähte dann am jeweiligen Ende die Dachschräge hinunter. Am besten in entgegengesetzter
Richtung. Also einmal die rechte Dachhälfte hinunter und einmal die linke. CG-3000 wäre da ein Kandidat der einen
entsprechenden Ohmbereich abdecken könnte und der nicht allzu teuer ist. Ich bin mit solchen Konstrukten immer am
besten zurecht gekommen wenn auch das Störproblem bleibt je nachdem was da alles so an Jubelelektronik verwendung
findet ....

;) ;)
Vielen Dank für Deine Antwort. Mit symmetrischer Anordnung meinst Du, die vorhandene Windom mit dem Balun mittig am höhsten Punkt zu befestigen? Die Drähte dann nicht oben entlang führen sondern sofort die Schräge runter? Wo würdest Du dann den jeweiligen Rest-Draht verlegen? Auf einer Seite wären das noch 2-3m, auf der anderen ca. 8-9m.

Einen Tuner habe ich leider nicht, ist auch finanziell aktuell nicht drin. Falls ich mal über einen gebrauchten stolpern würde: Ist so ein Tuner autark oder muss er mit dem Transceiver zusammenspielen? In meinem Fall wäre das ein Alinco DX 70.

DF5WW
S1
Beiträge: 324
Registriert: 23. Okt 2018, 14:13

Re: Windom unter Dach

Beitrag von DF5WW » 25. Jul 2019, 12:00

Hallo Micha,

ich meine schon eine gleichschenklige Antenne, also keine Windom. Sowas kann man aus ein wenig Draht für
kleinstes Geld selbst zusammenbasteln. Weil die Antenne dann eigentlich nicht resonant ist kann man sie mit
dem Tuner im Fusspunkt (oder diesem am Ende einer Hühnerleiter) für mehrere Bänder nutzen. Hier wären dann
u.U. auch 30, 17, 15 und 12 m mit im Spiel. Das erhöht natürlich die Möglichkeiten.

Ein Tuner muss nicht unbedingt zum Gerät passen. meist ist es so das passende Gerätetuner nur ein SWR von
max. 3 ausgleichen können und das ist bei solchen Antennen zuwenig. Ein CG-3000 oder etwas ähnliches sollte
es schon sein. Das ist auch ziemlich die günstigste Variante eines Automatischen Antennentuners.

Vorteil einer solchen Anordnung wäre z.B. das keine zusätzlichen Blindverluste durch Fehlanpassung dazukommen.
In der Regel tunen viele heute im Shack. Der Tcvr. sieht natürlich dann 50 Ohm aber zwischen Tuner und Antenne
bleibt die Fehlanpassung natürlich bestehen und sorgt für eben diese Blindverluste. Kann man halt vermeiden wenn
ein Tuner direkt im Fusspunkt sitzt.

Ein bspl. könnte so aussehen um vernünftige Antennenlängen unterzubringen:


u.-dach-ant.png
Grün wäre der ATU
Blau/Rot die beiden, gleichlangen, Antennendrähte.
Vom Tuner ginge dann noch das Koaxkabel in Dein Shack.

;) ;)
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

db6zh
S1
Beiträge: 569
Registriert: 5. Jun 2018, 14:27

Re: Windom unter Dach

Beitrag von db6zh » 25. Jul 2019, 12:18

Hallo Jürgen und Micha,

@Jürgen: die Windom ist genau so eine Dipol-Draht-Antenne wie alle anderen auch. Die war lange Jahre früher als Ein-Draht-Einspeisung sehr beliebt, weil der Einspeisepunkt bei 600 Ohm liegt. Die kann ebenso geknickt und gefaltet werden, und liebt andererseits auch freie hohe Lage, wie alle anderen Drahtantennen. Sie ist lediglich wegen der relativ einfachen Einspeisung eine Kompromiß-Antenne, weil die 600 Ohm im Mehrbandbetrieb nicht 100pro stimmen und je nach Höhe ebenfalls nicht. Wenn Micha bis auf 40m ein SWR <2 hat, ist die im Prinzip gut angepaßt und ich würde gar nicht erst mit Tuner & Co anfangen. Der bringt an Strahlungsleistung Null mehr und paßt lediglich die Speiseleitung an. Für weniger als 1dB Verlust einen Tuner einzusetzen, halte ich für ausgesprochenen Unsinn.

Im übrigen: ich habe eine super Hanglage auf einem Sattel, d.h. höchster Punkt in zig km Umkreis und Wasserscheide zwischen Isar und Donau. Die Terassenseite ist auf der Höhenfläche und die Eingangseite gegenüber Nordhang, d.h. dort "Keller" ebenerdig (d.h. Nordseite E+1+D, Südseite unterkellert E+D). Für UKW ideal, KW etwas schwierig zu spannen. Zu den Bäumen: da muß ich bei der Lage entschieden mehr machen - speziell in Richtung Blitzschutz, den ich bisher vermeiden konnte. Außerdem habe ich zwar alte Bäume, aber von der Windlage ..... da habe ich beim "Haus-"Masten schon kräftig gerechnet mit 160km/h und EVU-Abspannmaterial. An den Bäumen müßte ich dann über Gleitrolle mit Gewicht aufhängen, weil da nix mehr via mehr Durchhang oder Feder geht. Bei den Bäumen (inzwischen >40 Jahre alt) muß ich trotz Dicke min. 1m ausgleichen. Windstärke 6-8 ist hier bei der Lage alles andere als selten. Dieser mechanische und blitzstromfähige Aufwand war mir bisher nur für 40m einfach zu hoch. Ich habe bereits für den Zweit und Dritt-RX zweimal 12-15m Litze im Gebälk hängen und die tut recht gut.

@Micha: was hast Du denn auf 40m für ein SWR ?? Wie ich schon schrieb, bis 3 ist das völlig uninteressant und ein Tuner hilft da auch nicht. Die Symmetrierung auf den Balun ist Augenwischerei, weil die Windom ein sog. Off-Center-Feed Dipol ist und daher von zu Hause aus unsymmetrisch gefüttert wird. Wenn Du auf 10m raus kommst, kann die gar nicht so falsch hängen.

Wenn es Dir Spaß macht und Du etwas auf dem PC zu Hause bist, kannst Du die Antenne mit Deinen Maßen geknickt einfach mal simulieren und erst einmal theoretisch verändern. Vielleicht hilft hier auch jemand, wenn Du die Maße etwas genauer einstellst, mit unterer und oberer Höhe.

73 Peter

@Jürgen; hat sich überlappt, ich schreibe jetzt nicht neu. Er hat ja bereits eine fertige Windom mit Balun. Wozu soll er da all zu viel ändern, wenn die prinzpiell tut. Ich werde auch meine Windom erst mal unters Dach hängen und die nicht weiter liegen lassen, um mit einem anderen Dipol einen neuen Kompromiß machen.

DF5WW
S1
Beiträge: 324
Registriert: 23. Okt 2018, 14:13

Re: Windom unter Dach

Beitrag von DF5WW » 25. Jul 2019, 12:38

Hallo Peter,

ich würde das alleine schon aus Gründen des Multibandbetriebes ändern .... Die FD-3 macht halt eben "nur"
40, 20 und 10 m und da ist ja noch einiges zwischen. Bei meiner Anordnung kommt man aber auf jeden
Fall schonmal auf 2 x 13,5 m (und mehr) Draht und dann geht das ganze (entsprechenden ATU vorausgesetzt)
auch eben schonmal auf 80, 60, 4 0, 30, 20, 17, 15, 12 und 10m, also "fast" das volle KW-Programm.

War ja auch nur ein Tip. Ob man´s realisiert ist ja letztlich jedem selbst überlassen ;) ;)
73´s, Jürgen ;) ;)
Log4OM supporter ... http://forum.log4om.com/

DJ7WW
S1
Beiträge: 606
Registriert: 1. Aug 2018, 15:40

Re: Windom unter Dach

Beitrag von DJ7WW » 25. Jul 2019, 20:38

db6zh hat geschrieben:
25. Jul 2019, 12:18

Er hat ja bereits eine fertige Windom mit Balun. Wozu soll er da all zu viel ändern, wenn die prinzpiell tut.
Da bleibt die Frage ob die prinzipiell tut.

Die theoretischen 300 Ohm real im Speisepunkt wird man nur erreichen wenn sie hoch über Grund und gestreckt hängt.
Insofern werden sich alle möglichen anderen Impedanzen inkl. Blindwiderständen einstellen, die über das Kabel wiederum auf völlig andere Verhältnisse am Shack seitigen Ende transformiert werden
Um das brauchbar hinzu bekommen wird eine Menge "try und error" notwendig sein und dem widerspricht: "Kann leider nicht allzuoft auf den Dachboden"!

Daher ist die sinnvollste Lösung entweder ein resonanter Monoband Dipol für 20m, eventuell auch Doppeldipol 10/20, oder ein symmetrischer Dipol mit Hühnerleiter, natürlich keine Wireman Leitung und Automatiktuner im Dachboden.

73
Peter

Antworten