EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Hier könnt ihr alles zum Thema Störungen z.B. durch Powerline schreiben.
DH2PA
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EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DH2PA » 11. Feb 2019, 12:44

Anfang 2018 sind bei mir einige 12V Halogenleuchtmittel meiner integrierten Deckenbeleuchtung ausgefallen, was ich zum Anlass nahm auf energiesparende LED Beleuchtung umzustellen. Ich bestellte darum bei Reichelt 6 LED Lampen (Artikel GL 3870) um die Halogenlampen zu ersetzen. Leider flimmerten nach dem Austausch die LED-Lampen extrem, woran die hinter der Holzdecke verbauten Schaltnetzteile schuld waren, deren Mindestlast nicht erreicht wurde. Also entschloss ich mich auch noch die Schaltnetzteile auszutauschen um für die LED Technik gerüstet zu sein. Meine Wahl fiel auf den Reichelt Artikel KO ET 0-105 Halogen-/LED-Trafo, elektronisch, 0-105W.



Ich wählte dieses Netzteil weil es zwingend notwendig war, dass die elektronischen Trafos durch die Bohrung eines Deckenstrahlers getauscht werden mussten, um eine Demontage der Holzdecke zu vermeiden. Da zuvor zwei Netzteile verbaut waren und ich die Leitungsführung hinter der Holzdecke nicht mehr verändern konnte, habe ich ebenfalls wieder zwei Netzteile beschafft. An jedem Netzteil sind drei LED-Lampen parallel angeschlossen. Die Leitungslängen zwischen Netzteil und Lampe beträgt max 1,5m mit dem Querschnitt 2,5mm².

Die Montage hatte gut funktioniert und mit der Beleuchtung des Raumes bin ich nun sehr zufrieden, doch nun wurde ich auf ein neues Problem aufmerksam, welches unmittelbar mit dem Betrieb der Beleuchtung zusammenhängt. Die Beleuchtung verursacht Funkstörungen in Form einer Breitbandstörung auf Kurzwelle. Zur Verdeutlichung habe ich einen Teil des Kurzwellenspektrums mit einem Messempfänger aufgenommen und dargestellt. Zu sehen ist hier beispielhaft das 49m Rundfunkband, wobei die Störung sich noch sehr viel weiter im Spektrum ausdehnt. Das erste Bild zeigt den Empfang des 49m Bandes bei ausgeschalteter Beleuchtung:



Zu sehen sind die Rundfunksender im 49m Band mit ausreichendem Signal-/Rauschabstand.
Nun der unveränderte Messaufbau mit eingeschalteter Beleuchtung:



Die Träger der Sender sind zwar noch zu erkennen aber der Modulationsinhalt der jeweiligen Sender wird von der Breitbandstörung extrem störend beeinflusst. Radio hören ist so nur im Dunklen möglich. Empfänger und Antenne Standen in dem Raum mit der geänderten Beleuchtung. Die Verwendung einer Außenantenne brachte keine merkliche Verbesserung, da ich davon ausgehe, dass sich die Störung über das Hausinstallationsnetz ausbreitet und von den Stromleitungen des Einfamilienhauses auch abgestrahlt wird. Auch meine Amateurfunkanlage und hier speziell das 40m und 60m Band sind ebenfalls davon betroffen.
Nun habe ich bewusst nicht einen Billigartikel aus China sondern bei einem deutschen Lieferanten einen Artikel aus Europäischer Produktion bestellt und trotzdem wird ein Großteil des Kurzwellenspektrums unbrauchbar. Bei einem Gerät mit CE Zeichen bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass ich von solchen Funkstörungen verschont bleibe.

Nun habe ich versucht das Problem weiter einzugrenzen. Um einen Fehler in einem der beiden Netzteile auszuschließen habe ich abwechselnd je eines der Netzteile abgeklemmt. Das Spektrum blieb davon völlig unbeeindruckt und das EMV Problem ist da, egal welches der beiden Netzteile angeschlossen war. Es ist also nicht davon auszugehen, dass eines der Netzteile einen Fehler hat, da sich beide gleich verhalten.

Alle weiteren Versuche wurden am ersten Netzteil unternommen, währen das zweite vom Stromnetz getrennt blieb. Um die LED-Leuchtmittel (3x7W = 21W) als Fehlerquelle auszuschließen habe ich sie durch eine 20W Halogenlampe ersetzt. Es gab keine Verbesserung im Spektrum. Selbst im Leerlauf (jedoch mit der angeschlossenen Verkabelung) war die Störung genau so stark wie im normalen Betrieb.

Dann habe ich die Gegenprobe durchgeführt und die LED Leuchtmittel mit einem 12V Bleigelakku in der vorhandenen Installation betrieben. Hierbei war keine Störung im Kurzwellenspektrum zu erkennen. Somit schließe ich die LED-Lampen als Störquelle aus und mache das Netzteil ursächlich für mein Problem verantwortlich
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DH2PA
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DH2PA » 11. Feb 2019, 12:52

Danach erfolgte eine Verdrosselung des Ausganges (11,5VAC) mit Hilfe eine Spule mit 4 Windungen durch einen Ferritkern der für Kurzwelle geeignet ist. 4 Windungen habe ich maximal durch den Kern bekommen. Ergebnis: Keine Verbesserung. Daraufhin erhöhte ich die Drosselwirkung indem ich je eine Spule mit 4 Windungen in jede der beiden Leitungen einfügte. Das war wohl etwas zu viel Induktivität für das Netzteil und die Lampen wurden deutlich dunkler. Trotzdem war die Störung noch vorhanden.
Eine netzseitige Verdrosselung kann ich leider nicht durchführen, da ein EMI Filter nicht hinter die Holzdecke passt. Im Endeffekt war ich also wieder einen ganzen Nachmittag mit dem Problem beschäftigt ohne wirklich zu einer Lösung zu kommen.

Ich hätte gerne, dass ich wieder ungestört Rundfunk über Kurzwelle empfangen, sowie dass auch meine Amateurfunkanlage wieder mit ihrer maximalen Empfindlichkeit betrieben werden kann. Zudem möchte ich vermeiden in der Nachbarschaft oder bei der Bundesnetzagentur als Störquelle aufzufallen.

Die Firma Reichelt und der Importeur (Heinrich Kopp GmbH) habe ich bereits involviert. Ich denke es wird wohl auf eine Rückgabe der Netzteile herauslaufen.

Hat hier schon jemand ähnlich Erfahrungen gemacht und kann einen Tipp zur Störungsbeseitigung geben?

Hat jemand eine Empfehlung für mich für ein Netzteil, welches so klein ist, dass man es durch die Bohrung der Deckenstrahler hinter die Holzdecke schieben kann und keine EMV-Störungen verursacht?

Patrick -DH2PA-

Das Einfügen von Bildern in den Text funktioniert in diesem Forum nicht zufriedenstellend.

hb9pjt
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von hb9pjt » 11. Feb 2019, 13:13

Ich würde noch versuchen, einen Elektrolytkondensator direkt am Ausgang des Netzteils hinzumachen. Mit etwa 1000 uF.

Was für Ferritkerne hast Du genommen? Welches Ferritmaterial? Hast Du Ferritkerne eingangs- und ausgangsseitig verwendet? Wichtig ist, dass jeder Leiter einen separaten Kern erhalten oder die beiden Leiter gegeneinander wickeln, wenn es auf einen Kern sein soll (genau prüfen!).

Wenn Du nochmals einen Versuch machen willst, empfehle ich die 26-er Eisenpluvermaterial, Zum Beispiel Reichelt Artikel-Nr.: T 106-26 mit je etwa 15-20 Windungen. Am Ausgang den Elektrolytkondensator nach den Ringkernen.

73, Peter - HB9PJT

DL8LRZ
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DL8LRZ » 11. Feb 2019, 13:44

Ein weit verbreitetes Problem bei LED-Technik (hohe Schaltströme und große Spannungsdifferenzen gegenüber gasgefüllten Energiesparlampen, die Transverterfrequenzen werden auch immer höher), es liegt auch nicht an China (meine 230V-Chinalampen sind völlig störfrei und Spitze) oder DL, es liegt ganz einfach an kostengünstiger Produktion und daraus resultierenden knappen Entstörmaßnahmen. Heißt also, kann von Fabrikat zu Fabrikat total unterschiedlich sein. Ich verwende deshalb möglichst nur LED-Lampen ohne Schaltnetzteil (Maiskolbenbauform mit 59LED oder Filamentlampen, keinesfalls welche mit "dickem" Sockel und einzelnen "Powerchips", sondern solche mit direktem Betrieb an 230V. Bei meiner Tochter kann ich auch nur Funken, wenn ich die Korridorbeleuchtung totlege, trotz Antenne im Garten und Batteriefunkgerät.
Nachträgliche Entstörung ist immer schwierig, oft kennt man ja noch nicht mal den Innenaufbau der Wandler, und wenn man an die Zuleitung nicht rankommt, wohl wenig aussichtsreich.
73 Reiner

DJ7WW
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DJ7WW » 11. Feb 2019, 18:22

hb9pjt hat geschrieben:
11. Feb 2019, 13:13

Wenn Du nochmals einen Versuch machen willst, empfehle ich die 26-er Eisenpluvermaterial, Zum Beispiel Reichelt Artikel-Nr.: T 106-26 mit je etwa 15-20 Windungen. Am Ausgang den Elektrolytkondensator nach den Ringkernen.
Hallo Peter,

Was sollen diese 20-36µH denn bewirken?

73
Peter

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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DK3QN » 11. Feb 2019, 22:23

Frage, ich gebe zu, ich habe bisher noch nie entstören müssen, also bitte Nachsicht ;)

Warum Eisenpulver-Kerne Txxx-yy und keine Ferrit-Kerne FTxxx-yy?

Klaus, DK3QN
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DH2PA
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DH2PA » 12. Feb 2019, 16:13

Der Ausgang dieses Netzteils ist AC, die Frequenz und Signalform ist mir nicht bekannt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Elko parallel zum Ausgang darum viel Sinn macht. Meine verwendete Drossel bestand aus 2 mal 4 Windungen auf je einen Ferritkern. Also in jeder Leitung eine unabhängige Drossel. Da wurde das Licht der LEDs merklich dunkler, aber die Störung war immer noch vorhanden. Ich glaube nicht, dass ich darum noch mehr Induktivität in den Sekundärkreis bringen kann.
Hat jemand einen Tipp für ein sehr kleines Netzteil (30W), welches keine Störungen verursacht?
Es muss durch das Einbauloch des Strahlers in die Holzdecke passen
Am besten mit DC am Ausgang, dann kann man noch besser verdrosseln.

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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von DJ7WW » 12. Feb 2019, 16:36

DH2PA hat geschrieben:
12. Feb 2019, 16:13
Der Ausgang dieses Netzteils ist AC, die Frequenz und Signalform ist mir nicht bekannt.

Seit wann lassen sich denn LEDs an Wechselspannung betreiben?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Elko parallel zum Ausgang darum viel Sinn macht. Meine verwendete Drossel bestand aus 2 mal 4 Windungen auf je einen Ferritkern. Also in jeder Leitung eine unabhängige Drossel. Da wurde das Licht der LEDs merklich dunkler
War der Draht eventuell zu dünn?
2x 4 Windungen ist ja gar nichts, ausserdem geht das nicht mit getrennten Kernen, die Drosseln müssen Stromkompensiert sein, sich also auf gemeinsamen Kern befinden.

hb9pjt
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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von hb9pjt » 12. Feb 2019, 19:55

Die Störung dämpfen Peter.
DJ7WW hat geschrieben:
11. Feb 2019, 18:22
hb9pjt hat geschrieben:
11. Feb 2019, 13:13

Wenn Du nochmals einen Versuch machen willst, empfehle ich die 26-er Eisenpluvermaterial, Zum Beispiel Reichelt Artikel-Nr.: T 106-26 mit je etwa 15-20 Windungen. Am Ausgang den Elektrolytkondensator nach den Ringkernen.
Hallo Peter,

Was sollen diese 20-36µH denn bewirken?

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Re: EMV Problem mit Schaltnetzteil füe LED Beleuchtung

Beitrag von hb9pjt » 12. Feb 2019, 19:57

Klaus, ich hatte Dich gefragt, welches Ferrit-Material Du verwendet hast. Bitte um Info.

73, Peter - HB9PJT
DK3QN hat geschrieben:
11. Feb 2019, 22:23
Frage, ich gebe zu, ich habe bisher noch nie entstören müssen, also bitte Nachsicht ;)

Warum Eisenpulver-Kerne Txxx-yy und keine Ferrit-Kerne FTxxx-yy?

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