Amateurfunk einst und jetzt

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elektrolurch
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von elektrolurch » 16. Mai 2019, 09:30

Ich kann mir vorstellen, woran das "gemotze" liegt:

Die haben Abnehmer für die Geräte !

Eine Waschmaschine wird oft weggeworfen, weil ein einfach zu behebendes Problem vorliegt. Das wissen die.

Wenn z.b. die Kohlen runter sind, und der Stromwender durch Bürstenfeuer ruiniert, ( Abschaltkohlen werden natürlich nicht verbaut, Siemens und Co. wollen ja Geld verdienen) baut der Werkskundendienst einen neuen Motor ein. 200 - 300 € ??

Macht man nicht, geht die Maschine zum Sperrmüll.

Die bauen den Motor aus, zerlegen den, Anker auf die Drehmaschine ( Schraubstock - Akuschrauber geht auch), den Stromwender abgeschliffen, neue Kohlen rein...fertig. Selbst wenn die Oberfläche auf dem Stromwender dann nicht optimal ist, läuft die wieder 2 bis 3 Jahre.

73 EL

DO9HC
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DO9HC » 16. Mai 2019, 10:01

elektrolurch hat geschrieben:
16. Mai 2019, 08:22
Ein riesen - Geschrei beim Sperrmüll, "was das soll" sie nehmen nur komplette Geräte..usw...
Bei uns gucken die sich das Zeug gar nicht an, fragen nur was man hat und sagen "Container 3" oder so. Da fahr ich dann ran und schmeiße rein (oder nehme raus) was ich will.

HB9EVI
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von HB9EVI » 16. Mai 2019, 12:12

Jo, kenn ich genau so.

Ich denk mal: was auch immer man bringt, egal ob funktionsfähig, einfach reparierbar oder Totalschaden - am Schluss endet alles am selben Ort vornehmlich Afrika, Ghana z.B.
Dort findet dann das 'Recycling' von Irreparablem mit Steinen und offenem Feuer als Werkzeug statt. Der (halb)-funktionsfähige Rest wird für ein paar Kröten verscherbelt.

elektrolurch
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von elektrolurch » 16. Mai 2019, 13:01

Ich denk mal, dass das regional unterschiedlich ist,

wenn ich was haben will, heists kategorisch:

"Aus den Drahtkörben darf nichts wieder rausgenommen werden, weil der Vertragspartner, der das Zeug verwertet, das so angeordnet hat, ausserdem würde das "durch Kameras überwacht..". Ich glaube eher, dass die die Filetstücke selber rausnehmen und vermarkten wollen.

Das Einzige was ich mal "erbeutet" hab, war eine Nordmende "Transita TS - de Luxe 600" voll funktionsfähig mit nur geringen Gebrauchsspuren. Nicht mal die Batterien waren ausgelaufen.
Wie ich die im Drahtkorb sehe, hab ich sie in meine Tragetasche schnell rein, mit "Körperdeckung", und aus dem Kontainer an den "Wächtern" vorbei schnell zum Auto gebracht.

73, EL

db6zh
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von db6zh » 16. Mai 2019, 15:59

Das Problem ist vermutlich ähnlich wie bei uns auch bei anderen: Der Landkreis hat eine Abfall-Wertstoff-Gesellschaft gegründet, der einerseits durch weitere Abnehmer der Container-Inhalte die Gebühren senken konnte. Andererseits hat die wilde Entnahme richtigen Ärger auch bei den Bürgern gemacht, weil bei uns fast alles nicht zertrümmerte von Osteuropäern abtransportiert wurde und vieles am nächsten Wochenende auf dem regionalen Flohmarkt wieder auftauchte. Wir haben wie jede Gemeinde auch selber Leute, die das eine oder andere gebrauchen konnten, weil eben ..... (nicht überall Millionäre wohnen). Das führte als erstes einmal zum Platzverbot solcher Sammler bei uns. Später kam dann ein Direktive der AWG mit Abmahnungsandrohung an die Aufsichtsleute, und seitdem ist so ziemlich Schluß. Es wurde zuviel Schindluder getrieben. Bei Kleinkram sieht nicht immer jemand hin, aber .......

Die Aufsichtsleute nehmen ziemlich sicher nichts mit. Es wird auch ab und an etwas auf die Seite gestellt und nicht gleich in den Container - Bücher, Sammler-Bierkrüge oder so. Eine kleine Kaffeekasse wird toleriert. Aber einmal im Container ist = weg. Viele fragen vorher, ob das noch jemand gebrauchen kann oder in der Tonne besser aufgehoben ist. Aber .... das ist echt nur Kleinkram in einem kleinen Regal.

73 Peter

Funkonaut
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von Funkonaut » 19. Mai 2019, 00:49

Ob die nun überwacht werden oder nicht, zumindest bei den großen, öffentlichen Abnahmestellen bekommt man nichts mehr zum Mitnehmen!
Wenn man natürlich wie Elektrolurch gut in "Körperdeckung" :) ist, geht es vielleicht. Ich habe, als ich mal von einem alten Kinderwagen 2 Räder haben wollte (sollte kleiner Wagen für Schiffsmodell des Sohnes werden, damit er das Teil nicht tragen muss) die richtig genervt, woraufhin mir erklärt wurde, das dies versicherungstechnische Gründe hätte. Wenn ich mich beim Abbauen verletzen würde, müssten die haften, weshalb alles verboten wäre.
Wenn ich das Teil aus dem Container herausziehe, könnten mir ja mindestens 3 Fernseher und eine Waschmaschine das Hirn wegputzen, ganz zu schweigen von etwaigen Blutvergiftungen etc. :roll:
Nach ca. 30 Min Diskussion musste ich (ungern) ein wenig einsehen, dass natürlich, wenn wir Elektrofreaks anfangen (eventuell noch mehrere) da etwas auszubauen, die Sache unübersichtlich werden könnte.
Es sieht auf den Recycling-Höfen der Berliner Stadtreinigung allerdings auch aus -wie geleckt!
Die Zeiten der alten Schrottplätze sind nun mal leider vorbei und man sieht, wenn man ehrlich ist, dass man selber jetzt Sachen wegwirft, welche man vor einigen Jahren noch "gebunkert" hatte, weil man ja da noch unbedingt etwas Wertvolles ausbauen wollte.
Ich werde mal in der Bucht unter Kleinanzeigen (die sind ja ein wenig ortsbezogen) inserieren, dass ich kostenlos defekte Mikrowellen abhole. Falls ich mehrere bekomme, kann ich ja hier welche an Interessierte weitergeben, welche ebenfalls den Hochstromtrafo brauchen!
Zur Situation Schrottplatz-Neuzeit habe ich neulich mal einen Film gesehen, der zum Thema passt. Da er wirklich anrührend ist, und wir ja weit vom OT weg sind, poste ich mal den Link zum Film, der auf Arte vor einigen Tagen lief und noch in der Mediathek ist.
https://www.arte.tv/de/videos/078648-00 ... e-project/
Es ist eine Reihe von Kurzfilmen, welche zum Thema Europa haben, das ja gerade aktuell ist. Wer sich mal die Mühe macht, (es ist eine Sammlung von ~ca 7 Kurzfilmen jeweils aus einem Europäischen Land) der wird sehen, warum das zum Thema passt. Ich weiß nicht mehr genau an welcher Stelle, aber ich meine den Film Russland/Kasachstan, wo der alte Mann auf dem Schrottplatz sich alte Teile heraussucht.
Also nicht immer RTL sondern auch mal was anderes ansehen, und natürlich selbstverständlich den Beam danach in Richtung Kasachstan ausrichten!
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DL8SFZ
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DL8SFZ » 19. Mai 2019, 07:34

Dennoch finde ich das Verhalten der Leute schade, weil eine Wiederverwendung eindeutig Resourcen spart. Und alles wieder wegen der Versicherung, weil irgendwelche Dumpfbacken irgendwann einmal den Finger klemmten und die gesamte Staatsanwaltschaft bemühten und der Anwalt wahrscheinlich wegen eines Formfehlers gewonnen hat.

Irgendwie wird die Welt an manchen Stellen immer blöder. Alles muss geregelt werden und wenn es geregelt ist, wird das Hirn ausgeschalten und mit allen Mitteln gesucht, wo man eine Lücke findet.

Schade. Wirklich schade. Vielleicht sollte man einfach Zeit mitbringen und vor den Containern abhängen und warten, bis jemand kommt, der das begehrte Stück wegwerfen will. Denn bevor das Teil im Container ist, gehört es noch dem Bringer!

Gruß Stefan
Amateurfunk macht Intelligenz hörbar!

DL6WAB
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DL6WAB » 19. Mai 2019, 09:16

Guten Morgen, jetzt gehöre ich nicht zu der Gruppe der schon ewigen Funkamateure, so ganz jung bin ich aber auch nicht mehr. Ich habe erst seit 2014 meine Zulassung obwohl ich mich mit Funk (SWL, BCL, CB) schon seit meiner Kindheit beschäftige. Lieber spät als nie.

Ich bedauere es auch immer wieder, wenn ich Grünabfälle wegbringe und dann sehe, was sich so alles in den Sammelbehältern für "Elektronikschrott" findet. Da blutet dem Bastler das Herz und man ist geneigt da kräftig zuzulangen um die doch so wunderbaren Dinge vor dem Schredder zu retten (Unser Aufseher drückt da immer ein Auge zu). Es gibt ja mittlerweile Institutionen, die sich solcher Geräte annehmen, sie reparieren und wieder verkaufen. Aber ganz ehrlich, das mag hier und da funktionieren, aber der heutige Wirtschaftskreislauf sieht das leider so nicht vor. Der sieht vor, das Ding (egal was) hat eine begrenzte Lebensdauer und dann muss was neues gekauft werden. Das Alt Gerät geht in der Schrott und wird z.T. wiederverwertet (Recycling). So soll es zumindest in der Theorie ablaufen, wenn man dann aber brennende Müllhalden und vergiftete Menschen in Afrika sieht ...... :(

Es dreht sich eben alles um das liebe Geld, dabei kommt es auch schon mal vor, dass hier und da der "gesunde" (sofern man da überhaupt noch von sprechen kann) Menschenverstand ausgeschaltet wird und sich die Gier durchsetzt. Leider ist das in der heutigen Zeit so, ob es gut oder schlecht ist muss jeder für sich entscheiden und dann auch versuchen entsprechend zu handeln. Manchmal gelingt das, manchmal auch nicht. Man kann aus dem Container nicht alles retten! Schaut euch die AFU Flohmärkte an, die sind voll mit Alt Geräten die nur ganz selten den Besitzer wechseln. Deshalb bewusst beschaffen und langfristig nutzen. Nicht jedem Trend hinterherlaufen.

Wenn ich mir heute so überlege, dass ich früher vom Sperrmüll meistens mehr mit nach Hause gebracht habe als mein Vater zur gleichen Zeit entsorgen konnte .... :) Was haben wir für tolle Sachen gebastelt! :D

Zwei Exponate von 1974 die ständige Begleiter auf der Jagd nach fremden und weit entfernten Stationen in meiner Jugend waren.
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db6zh
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von db6zh » 19. Mai 2019, 11:46

Der von Funkonaut erwähnte Ausbau war bei uns damals tabu - wäre wirklich Kuddelmuddel auf dem Hof geworden. Alle Ausschlachtgeräte habe ich mit nach Hause genommen und die Reste wieder hingebracht. Ausnahme: regelrechte Trümmerstücke, wo nur noch die Röhren interessant waren und "mir beim Hingucken gleich in die Hände fielen".
73 Peter

DH5IZ
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DH5IZ » 19. Mai 2019, 12:52

Hallo Miteinander,
lange ist es her.... Heutzutage haben Elektroniker, die manches Gerät vor dem Recycling retten können, kaum noch was zu tun, wovon sie leben können. Wir sind in der Wegwerfgesellschaft angekommen, mit allen Folgen.
Grüsse,
Bernhard

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