Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

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DL8SFZ
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Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

Beitrag von DL8SFZ » 8. Mär 2019, 14:35

Hallo zusammen,

ich eröffne mal hier eine Rubrik mit Ideen und Anregungen für Freisprecheinrichtungen, die ja ab Mitte 2020 zur Vorschrift werden und uns dann im Auto begleiten werden. Erfahrungen sammeln und Austauschen, das ist das Ziel dabei sowie Erfahrungsberichte der Lösungen zu bündeln.

Ich hatte mir bereits über Weihnachten die ersten Produkte angesehen und das Set AV-1KM-Y, "Hands-free-Kit" ausprobiert. Fliegender Aufbau und Test und eine desaströse Rückmeldung. Die Modulation bei direktem Besprechen des Mikrofons eher Dumpf und leise gegenüber dem originalen Mikros. Und so habe ich das Set wieder eingepackt und zurück gesendet. So nicht.

Was die Herausforderung ist: Das Yaesu FT-8800 / 8900 hat ein Mikrofon mit DTMF-Tastatur und die Mikrokapsel wird über einen Bus an das Gerät übertragen. Hier kann man also nicht einfach ein Mikrofon am Gerät einstecken und Probieren. Also kaufte ich mir ein zweites Mikrofon aus fernen Landen für überschaubares Geld und entschied, dieses als Basis zu verwenden. Denn ich hatte folgende Idee:

Die PTT realisiere ich mit einem Kippschalter, den ich in der Mittelkonsole unterbringe. Als Mikrofon wähle ich ein Krawattenmikrofon / Videokameramikrofon, das ich irgendwie am Innenspiegel befestigen will. Dadurch einfache Bedienung und das Mikrofon weit weg vom Gesicht. Und genau darin lag wieder das Problem: Durch den Sprechabstand von 30cm war meine Modulation recht leise, was man auch nicht mit mehr Micgain kompensieren konnte. Bewegte ich den Kopf hin und her, was ja beim Fahren durchaus vorkommt, dann war das zudem eine starke Lautstärkeschwankung. Zudem wurden auch die Fahrgeräusche hörbar übertragen, obwohl ich das Verdeck am Auto noch nicht geöffnet hatte. Wahrscheinlich wäre dann eine vernünftige Kommunikation nicht mehr möglich gewesen.

Also den nächsten Schritt:
Das Mikrofon wollte ich näher an den Mund bringen. Eine Halterung an der Nackenstütze seitlich nach vorne würde hier sicher besser sein als die Innenspiegellösung, aber dann bleibt das Problem beim Bewegen des Kopfes.

Die Erlösung brachte eine Talkrunde im Fernsehen. Dort tragen die Personen so unscheinbare Mikros, die direkt neben der Backe geführt sind. Sowas wollte ich ausprobieren. Das bekannte große Versandhaus im Internet gewählt und mit dem Begriff Kopfbügelmikrofon dann das Richtige gefunden.
(Suchbegriff beim lächelnden "A": 1 X 3.5mm Verdrahteten Kopfbügelmikrofon Stimme Kopfbügel- Head-Mounted Mic).
Aber holla! Eine Preisspanne von 8 Euro bis 60 Euro werden da angeboten! Ich wählte die 8-Euro-Variante und wartete auf Lieferung. Das zweite Mikrofon für den Funk wurde jetzt modifiziert. An der Stelle, an der die Mikrofonkapsel angelötet war, wurde ein kurzes Kabel mit 3,5mm Klinkenbuchse angelötet und die PTT ebenfalls auf diese Weise herausgeführt. Dazu muss man nicht mal das Mikro anbohren, denn man lässt einfach den PTT-Hebel weg und schon hat man eine schöne Öffnung.

Den PTT-Schalter habe ich in ein selbstgebasteltes Kunstsoffgehäuse gebaut und mit Shoegoo direkt auf einen Blinddeckel in der Mittelkonsole geklebt (Lässt sich bei Bedarf auch wieder nahezu Rückstandsfrei entfernen). Das Mikrofon verschwand in der Mittelablage und nur seitlich kommt das dünne Kabel vom Bügelmikrofon heraus. Ein kleiner Haken an den mittleren Belüftungsdüsen dient als Aufhängepunkt, wenn nicht benötigt.

Erste Versuche: Er wurde mir sofort eine sehr gute und klare Modulation bescheinigt und auch die Lautstärke scheint nur unwesentlich unter der des Originalmikrofons zu liegen.
Das Bügelmikrofon ist sehr leicht und fällt vom Gewicht her nicht auf. Die Ohrenbügel muss man selber den eigenen Gegebenheiten zurechtbiegen, dass es optimal sitzt. Das seitlich herunterlaufende Kabel behindert nicht und lässt genügend Freiheiten für alle Aktivitäten. Selbst bei geöffnetem Verdeck und 80 km/h ist Sprechfunk gut möglich und nicht lauter als mit normalem Mikrofon.

Kosten der Lösung:
Bügelmikrofon mit Versand: 12 Euro
Zweites Mikrofon fürs Funkgerät: 15 Euro
PTT-Schalter aus der Bastelkiste: 2,75 Euro

Also alles in Allem rund 30 euro für eine wirklich gute und praktikable Lösung.

Einzige Gefahr: Wehe du willst aussteigen und vergisst das Mikro abzunehmen... :mrgreen:

Gruß Stefan
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OE1TKS
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Re: Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

Beitrag von OE1TKS » 8. Mär 2019, 15:51

habe bei mir schon eine freisprecheinrichtung eingebaut weil ich dienstlich soviel in den bundesländern unterwegs bin ....

Bild
http://oe1tks.at/index.php/bastelei/fre ... nenhalsmic
Tom
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DL8SFZ
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Re: Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

Beitrag von DL8SFZ » 8. Mär 2019, 16:03

Hallo Tom,
so ähnlich sah mein erster Ansatz aus, hab den aber verworfen, weil ich nicht die ganze Zeit den Mikrokopf im Sichtfeld haben wollte. Zudem, wenns dann zum Unfall kommt, hast das Ding näher am Mund als je gewollt... :D

Gruß Stefan
Amateurfunk macht Intelligenz hörbar!

DJ4RAM
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Re: Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

Beitrag von DJ4RAM » 8. Mär 2019, 16:08

Moin Stefan,
DL8SFZ hat geschrieben:
8. Mär 2019, 14:35
[...]
Also alles in Allem rund 30 euro für eine wirklich gute und praktikable Lösung.
Einzige Gefahr: Wehe du willst aussteigen und vergisst das Mikro abzunehmen... :mrgreen:
das hört sich doch ganz gut an!

Ich dagegen habe vor Jahren, als ich festgestellt habe, dass das Halten eines Mic beim Fahren überhaupt nichts für mich ist, einen anderen Weg eingeschlagen: Bluetooth.

Anfangs habe ich ein "Sena SR10i" und das frei belegbare Kabel für relativ teures Geld erstanden (135 EUR, mittlerweile viel teurer) und Adapter für all meine TRXe (YAESU FT-8xx, FTM-x00D, FT1/2XDE und Handfunkgeräte mit Kenwood-Anschluss) gebaut. Für PTT habe ich einen einrastenden Schalter am Armaturenbrett befestigt. Dann habe ich diverse Standard-BT-Headsets ausprobiert, von 11 bis 110 EUR und bin am Ende bei einem "VXi BlueParrott B250-XTS" im Auto und dem "Xpressway II" des selben Herstellers fürs Fahrrad gelandet. Ersteres ist ab und an bei Amazon in DL auch neu für unter 80 EUR zu bekommen, und letzteres bekommt man als Neuware via eBay aus den USA allerdings ohne Kopfbügel, ohne USB-Netzteil und ohne die zusätzlichen Ohrpolster für 29 EUR inkl. Versand.

Es gibt mittlerweile aber auch günstige BT-Lösungen inkl. Headset aus China, die vorrangig für Handfunkgeräte konzipiert sind, aber genau so wie oben beschrieben per Selbstverdrahtung an Mobilgeräten betrieben werden können. Einfach nach "Wireless Walkie Talkie Bluetooth ptt Headset Earpiece For KENWOOD" suchen.

Zuletzt habe ich eins dieser China-Teile inkl. Headset und PTT-Knopf für 27 EUR inkl. Versand erstanden und erfolgreich mit den eigenen Headsets gepaart bekommen. Für PTT haben diese Dinger einen separaten Knopf, der kabellos via BT mit dem Haupt-Dongle kommuniziert und wie der Dongle über einen Akku verfügt, wobei beide via USB geladen werden. Der Akku im Dongle mit den Anschlüssen zum Funkgerät hält bis zu 5 Std. durch (im Schnitt eher 3-4) und der PTT-Knopf mind. 5 mal länger. Bei Festeinbau im Auto empfiehlt sich natürlich USB-Dauerstromversorgung. Bisher hat mir die Zeit gefehlt, um den Dongle um "analoge PTT" via externen Taster zu erweitern, deswegen verwende ich im Auto noch die zuerstgenannte Lösung mit dem Sena SR10i.

Wie die Modulation klingt, hängt sehr stark vom verwendeten Headset und den Fähigkeiten des Funkgerätes hinsichtlich Mic-Gain-Einstellung ab. Bei fehlender Mic-Gain-Einstellung könnte die Modulation entweder viel zu laut oder viel zu leise klingen, meistens letzteres. Bei dem "Sena SR10i" kann man in so einem Fall den NF-Out-Pegel immerhin per Software am PC in 3 Stufen (low, normal, high) einstellen, bei den China-Teilen gar nicht. Die natürlichste Modulation habe ich mit dem "Jabra Evolve 65 UC" und den Anytone 868/878UV erzeugen können. Das dem günstigen China-Teil beigelegte Headset klingt an jedem Funkgerät dumpf, die anderen klingen überall kräftig und durchdringend. Letzten Endes bin ich bei den Blueparrot-Headsets hängen geblieben, weil sie Fahr- und Baustellengeräusche sehr effektiv wegfiltern, ohne die Sprachmodulation zu verschlechtern, und weil sie beide über angenehm groß dimensionierte Akkus verfügen. Ich muss sie bei 5 Std. Nutzung/Woche bisher nur alle 4 bis 5 Wochen wieder aufladen.

Man kann im Übrigen – sofern vorhanden – auch die BT-Freisprecheinrichtung des Autoradios mit den o.g. BT-Dongles nutzen. An meinem fehlt der Anschluss für ein externes Mic, und mit dem eingebauten hört sich die Modulation genau so an wie beim Telefonieren: Verständlichkeit beim Gesprächspartner ist zwar gegeben, mehr aber auch nicht, hi.
Vy 73 de Sharam DJ4RAM

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Re: Freisprecheinrichtungen fürs KFZ

Beitrag von OE1TKS » 8. Mär 2019, 19:16

bei meiner schwanenhalsversion habe ich KEINE lautstärkeänderung beim senden und der schwanenhals ist relativ weich = bei einem unfall ists schon gleich weggebogen / restrisiko ist gegeben = das habe ich mit dem handmic aber auch wenn das durch die gegend fliegt ....
ich bin jedenfalls begeistert

2. Variante im privatfahrzeug

ich habe das ICOM 5100 in allen autos die ich fahre MIT BLUETOOTH
dort habe ich ein handelsübliches headset fürs handy ins ohr gesteckt
und die abhebetaste fungiert als ptt ( als festelltaste = 1x drücken senden 2. mal drücken wieder empfangen)

ist um ne spur leiser als das schwannenhalsmic aber hat dafür weniger nebengeräusche !!!!
man kann dann aber auch das VS 3 von ICOM verwenden

schöne grüße aus wien
Tom
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