Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

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DL6IB
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL6IB » 5. Mär 2019, 00:01

Da gibts noch was: einen Taster, der das Netzteil überhaupt erst startet, soweit ich das sehe.

Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, daß er evtl. das Design irgendwann mal geändert hat und die Einschaltstrombegrenzung abgenabelt hat (weil er sich für seine Funkbude eine entsprechende Vorsicherung eingebaut hat!), könnte das auch das eigentliche Problem sein. 4 Ringkerntrafos werden mit den üblichen 16A-Automaten erstmal unmöglich sein und diesen auslösen - BEVOR eine träge Feinsicherung auslöst.

Von daher würde ich nach Prüfung des Kabels erstmal die Trafos primärseitig trennen (bzw. die Einschaltstrombegrenzung primärseitig) und gucken, ob das Problem weiterhin besteht. Wenn ja, hat der Netzfilter wohl einen weg. Wenn nein, ist die Begrenzung oder die Trafosammlung dran.

Von der Schaltung kommts wohl eher nicht, denn dann müßte ja, wenn alles funktioniert, die Auslösung mit Verzögerung eintreten und dann auf die Feinsicherung schlagen - nicht auf den Automaten.
73, Jörg

DK3QN
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DK3QN » 5. Mär 2019, 10:51

Der Primär-seitige Taster ist im Zusammenhang mit der Einschaltstrom-Begrenzung zu sehen und mit der Art und Weise, wie die
Überspannungs-Schutz-Mimik funktioniert (Thyristor mit Ansteuerung, Relais, ...), die, wenn sie auslöst, den 230 V AC
Primärstrom-Kreis unterbricht. Der Taster wird nach Einschalten des Netzschalters kurz gedrückt,
wie ein "Start-" Knopf. Der Einschaltstrom wird über den vorgelagerten Widerstand begrenzt.
Sobald Sekundär-seitig die DC-Spannnung anliegt, zieht das Relais an und überbrückt diesen Widerstand plus den Taster.

Es ist nicht die "klassisch-brutale" crowbar Lösung (Thyristor schaltet Plus nach Masse und lässt Sekundär-seitige, vorgelagerte
Feinsicherung "fliegen") implementiert, sondern im Falle von Sekundär-seitiger Überspannung wird Primär-seitig die Netzspannung
unterbrochen (via Relais).

Klaus, DK3QN
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DL8LRZ
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8LRZ » 5. Mär 2019, 11:38

Hallo,
ich würde wie von DL6IB/DK3QN vorgeschlagen, vorgehen. Der Einschaltstromstoß (Anlaufstrom Trafo + Ladestrom Elkos !!100mF!!) kann normale 16A-Automatiksicherungen ohne begrenzende Maßnahmen durchaus auslösen. So ist z.B. mein 320W-SNT mit 60A Einschaltstromimpuls angegeben. Deshalb sicher auch die Einschaltstrombegrenzung mittels Taster und Vorwiderstand (300R), wird überbrückt über die Relaisschaltung, wenn das Netzteil gestartet ist (Ausgangsspannung anliegt).
Es gibt eigentlich nur 2 Varianten:
- Überlastung durch einen Kurzschluß
- die Einschaltstrombegrenzung funktioniert nicht.
Also würde ich zunächst schauen, ob das Relais den Teil Anlaufwiderstand-Taster im Ruhezustand nicht überbrückt (Ohmmeter), es könnten ja die Kontakte zusammenkleben.
Danach würde ich alle 4 Trafos einseitig vom Netz trennen. Kann man das Netz zuschalten, ist vor den Trafos alles ok. Bei Kurzschluß muß man dann halt vor den Trafos weitersuchen, anderenfalls die Trafos schrittweise (ohne Ausgangslast Netzteil) anklemmen und testen. Auf Überlastung achten, es könnte auch ein Kurzschluß sekundär sein (Halte ich derzeit für weniger wahrscheinlich, denn dann dürfte das Relais den Anlaufwiderstand nicht überbrücken).
73 Reiner

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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8YEV » 5. Mär 2019, 12:42

Im Schaltbild gibt es einige Ungereimtheiten.
So fehlt die Verbindung des zweiten Pols des Netzschalters zu den Primärwindungen der Trafos. :shock:
Selbst wenn diese Verbindung vorhanden ist, passiert nach dem Einschalten des Netzschalters erst mal nichts.
Das Relais kann nicht anziehen, da durch den Taster die zweite Netzverbindung zu den Trafos unterbrochen ist.
Man muss also den Taster solange festhalten bis das Relais anzieht.
Die Überspannungssicherung schließt im Auslösefall über den Thyristor und einem "Angstwiderstand" die Rohgleichspannung kurz.
Erst danach fällt auch das Relais ab. Es ist also eine klassische crowbar Schaltung. Das macht auch Sinn.
Besser wäre hier allerdings eine KFZ-Sicherung vor der Siebkette. Ein defektes NT sollte man nicht mehr ohne weiteres einschalten können.
Da das Netzteil beim ersten Einschalten geknallt hat, bleibt also nur die Verkabelung bis zum Netzfilter, sowie das Netzfilter selbst als Ursache.
Nach Behebung dieses Fehlers könnte man einen weiteren Einschaltversuch durchaus riskieren, indem man die Relaisspule abtrennt.
Im Fehlerfall eines Trafos raucht dann eben der 300Ohm Widerstand ab.
Generell ist das Parallelschalten von mehreren Sekundärwindungen eines oder mehrerer Trafos problematisch.
Durch Wickeltoleranzen teilt sich der Strom nicht sauber auf. Das kann bei Nennstrom schon mal zu Ausfällen führen.
Prominentes Beispiel sind die Netzteile der Kenwood TS930/940. Die Trafos stammten aus der Hifi-Sparte der Firma und wurden nicht speziell für die TRX gefertigt. Daher auch dort die unübliche Parallelschaltung der beiden Sekundärwindungen.
73, André

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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DK3QN » 5. Mär 2019, 15:37

DL8CBM hat geschrieben:
4. Mär 2019, 22:20
Und noch ein paar Messwerte am Kaltgeräteanschluss:
Schutzleiter zum Gehäuse hat Durchgang.
Keine Verbindung zwischen Schutzleiter und Außenleiter.
Zwischen den Außenleitern habe ich auch keinen direkten Durchgang messen können, aber einen Widerstand von ca 20kOhm. Der Wert schwankt leicht, je nachdem welchen Messbereich ich am Multimeter einstelle. Der Wert ändert sich nicht, wenn ich den Power Schalter auf ein schalte.
Die Messung war direkt an der 230 V Netzteilbuchse?

Kabel selbst schon gemessen?

Klaus, Dk3QN
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8CBM » 5. Mär 2019, 22:34

DK3QN hat geschrieben:
5. Mär 2019, 15:37
DL8CBM hat geschrieben:
4. Mär 2019, 22:20
Und noch ein paar Messwerte am Kaltgeräteanschluss:
Schutzleiter zum Gehäuse hat Durchgang.
Keine Verbindung zwischen Schutzleiter und Außenleiter.
Zwischen den Außenleitern habe ich auch keinen direkten Durchgang messen können, aber einen Widerstand von ca 20kOhm. Der Wert schwankt leicht, je nachdem welchen Messbereich ich am Multimeter einstelle. Der Wert ändert sich nicht, wenn ich den Power Schalter auf ein schalte.
Die Messung war direkt an der 230 V Netzteilbuchse?

Kabel selbst schon gemessen?

Klaus, Dk3QN
Messung war direkt an der Netzteilbuchse.
Kabel wird schwierig, dazu müsste ich noch wissen welches, von den gefühlt 200 Kaltgerätekabeln hier, ich da zum testen benutzt habe :)

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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DK3QN » 5. Mär 2019, 23:35

Nächster "Kandidat": das Nixdorf Netzfilter.

Wenn der Hersteller "Nixdorf" ist, dann ist das Teil über 30 Jahre alt.

Hast du das Netzteil schon 'mal geöffnet und dir die Innereien angeschaut?

m.M.n. wäre die nächste Aktion, das Netzfilter komplett zu umgehen, meint: vollständig
aus den beiden Strompfaden rauszunehmen, also komplett abklemmen.

Der eine Strompfad wäre dann: Buchsenkontakt 1 - Sicherung - Schalterkontakt 1
Der andere wäre: Buchsenkontakt 2 - Schalterkontakt 2

Das Netzfilter ist komplett außen vor, also nix ist daran angeschlossen.

Klaus, DK3QN
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8CBM » 6. Mär 2019, 10:06

Nochmal danke.
Hab eben mal eine provisorische Teststromquelle gebaut. Bestehend aus einem 12V Akku und einem Kfz Spannungswandler der 230V abgibt. Bei Überlast macht der Spannungswandler einfach zu. So kann nichts passieren.
Und was soll ich sagen, es ist nichts passiert, gar nichts. Also kein Kurzschluss, aber auch kein Strom am Ausgang... Auch wenn ich die beiden Taster auf der Frontseite bei eingeschaltetem Netzteil gedrückt habe, tut sich nichts.
Schade....

Hier mal noch ein paar Fotos vom Netzteil, damit Ihr euch vorstellen könnt, wie das Ding aussieht.
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8CBM » 6. Mär 2019, 10:07

Irgendwie geht das mit mehreren Fotos nicht. Daher jedes Bild in einem einzelnen Beitrag. Sorry.
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Re: Kurzschluss in Netzteil, Wie vogehen?

Beitrag von DL8CBM » 6. Mär 2019, 10:08

Und das dritte
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